Er gehört für viele einfach dazu: der schnelle Kaffee am Morgen, unterwegs im Büro oder auf dem Weg zur Arbeit. Ein Griff zum Becher – und die Gewohnheit beginnt. Doch was harmlos wirkt, kann sich übers Jahr zu einem überraschend großen Betrag summieren.
Ein Coffee-to-go kostet in Österreich im Schnitt zwischen 2,50 und 4 Euro. Wer sich nur einen pro Werktag holt, landet schnell bei 60 bis 100 Euro im Monat – und bei bis zu rund 1.200 Euro im Jahr. Und viele bleiben nicht bei einem Kaffee: Gerade im Arbeitsalltag werden oft zwei oder mehr Becher pro Tag gekauft.
Der Grund liegt im Wirkstoff Koffein. Es blockiert im Gehirn das Müdigkeitssignal Adenosin und sorgt dafür, dass wir uns wacher, konzentrierter und leistungsfähiger fühlen. Dieser Effekt tritt bereits nach etwa 15 bis 30 Minuten ein. Bei regelmäßigem Konsum gewöhnt sich der Körper allerdings daran. Viele trinken den Kaffee dann nicht mehr nur für Energie, sondern um sich überhaupt "normal wach" zu fühlen.
Genau daraus entsteht das, was viele als "Suchtgefühl" beschreiben: Nicht unbedingt echte Abhängigkeit, sondern eine Mischung aus Gewohnheit, Routine und leichter Toleranzentwicklung.
Der Kaffee unterwegs ist für viele längst mehr als nur ein Getränk. Er ist fester Bestandteil des Alltags. Er liefert einen schnellen Energie-Boost, sorgt für eine kurze Pause zwischen Terminen und wird oft auch zum kleinen sozialen Moment im Büro oder unterwegs. Für viele ist er außerdem ein tägliches Ritual und eine Art Belohnung für den Start in den Tag. Psychologen sprechen hier vom sogenannten Belohnungseffekt: Schon der Kauf selbst löst ein gutes Gefühl aus.
Interessant dabei: Während bei anderen Ausgaben wie Lebensmitteln, Streaming oder Freizeitaktivitäten oft genau gerechnet wird, bleibt der tägliche Coffee-to-go für viele fast unangetastet. Er gilt als Gewohnheit, die selten hinterfragt wird.
Wer sparen will, muss nicht auf Kaffee verzichten. Es gibt einfache Alternativen: Kaffee von zu Hause im Thermobecher mitzunehmen ist oft die günstigste Lösung. Auch Kapsel- oder Filterkaffee im Büro kostet meist nur wenige Cent pro Tasse. Im Sommer kann selbst gemachter Cold Brew eine erfrischende und günstige Alternative sein. Wichtig ist außerdem, die Kaffee-Routine bewusster zu gestalten – also Kaffee nicht "nebenbei" kaufen, sondern gezielt genießen.