Ein Löffel Honig im Tee, auf dem Brot oder sogar vor dem Sport – für viele ist das goldene Naturprodukt ein echtes Allround-Talent. In den sozialen Medien wird Honig sogar als Geheimtipp für mehr Leistung und schnellere Regeneration gefeiert. Doch was sagt die Wissenschaft wirklich dazu?
Honig besteht hauptsächlich aus den Zuckerarten Glukose und Fruktose – und genau die liefern dem Körper schnell verfügbare Energie. Studien deuten darauf hin, dass Honig besonders bei längeren Ausdauerbelastungen eine ähnliche Wirkung haben kann wie klassische Sportgetränke oder Energiegels.
Bei Läufern und Radfahrern zeigte sich in Untersuchungen, dass die Leistungsfähigkeit während längerer Belastungen vergleichbar unterstützt werden kann wie durch industrielle Kohlenhydratprodukte. Entscheidend ist dabei die Kombination der verschiedenen Zuckerarten, die für eine gleichmäßigere Energieversorgung sorgen könnte.
Vor allem bei langen Belastungen scheint Honig seine Stärken zu haben: Der Körper kann die enthaltenen Kohlenhydrate während des Sports direkt nutzen, um die Glykogenspeicher länger stabil zu halten. Das kann sich positiv auf das Durchhaltevermögen und die Energielevel auswirken.
Für kurze, intensive Kraftübungen fällt der Effekt dagegen deutlich geringer aus – hier konnten bisher kaum Vorteile nachgewiesen werden.
Auch nach dem Training gibt es Hinweise auf positive Effekte: In einzelnen Studien berichteten Sportler über weniger Muskelkater und bessere Erholung, wenn sie vor intensiver Belastung Honig konsumiert hatten. Zusätzlich wurden in manchen Untersuchungen leicht verbesserte Werte bei Muskelkraft und Ausdauer in der Erholungsphase beobachtet. Allerdings betonen Forschende, dass viele Studien klein angelegt sind und die Ergebnisse noch nicht eindeutig sind.
Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit zeigt: Die Datenlage zu Honig im Sport ist noch begrenzt. Nur wenige randomisierte Studien untersuchten den direkten Effekt auf Leistung. Viele Arbeiten liefern eher Hinweise als klare Beweise.