In der Insolvenz der Laura Privatstiftung von René Benko wird nun das Vermögen der Familie zu Geld gemacht. Im Fokus stehen dabei Luxusimmobilien, Forstgüter und Beteiligungen an Start-ups.
Laut Bericht des Masseverwalters lag das Vermögen der Stiftung Ende 2024 bei rund 250 Millionen Euro. Ein Großteil davon besteht aus Immobilien.
Zu den wertvollsten Objekten zählt die Luxusvilla von Benko in Innsbruck-Igls. Ein Gutachten aus dem Jahr 2023 beziffert die Gesamtkosten für Ankauf, Bau, Ausstattung und Nebenkosten auf rund 67,5 Millionen Euro, berichtet die "Tiroler Tageszeitung".
Ob sich tatsächlich ein Käufer für diesen Preis findet, ist allerdings offen. Zusätzlich sorgt ein Steuerverfahren für Unsicherheit. Laut Bericht ist auch die Republik Österreich im Zusammenhang mit mutmaßlich millionenschweren Steuerschulden und dem Verdacht einer verdeckten Gewinnausschüttung im Grundbuch eingetragen.
Teuer ist auch der laufende Betrieb der leerstehenden Villa. Laut Masseverwalter fallen monatlich mehr als 18.000 Euro an Betriebskosten an.
Besonders dringend scheint die Lage beim sogenannten "Schokoladenhaus" in Berlin zu sein. Der historische Gebäudekomplex in der Charlottenstraße nahe dem Gendarmenmarkt gehört zu einem größeren Deutschland-Portfolio der Stiftung und gilt laut Masseverwalter als "ohne Zweifel ein am Immobilienmarkt äußerst begehrtes Objekt".
Eigentlich hätte das frühere Hotel bereits bis Mitte 2023 zu Büros umgebaut werden sollen. Nach dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe kamen die Arbeiten jedoch ins Stocken. Für die Fertigstellung wäre weiteres Kapital nötig.
Eine Verwertung im aktuellen Zustand sei "nicht sinnvoll", heißt es im Bericht. Derzeit laufen Gespräche mit Banken, um die restlichen Ausbauarbeiten zu finanzieren und die Immobilie danach verkaufen zu können.
Brisant sind außerdem die Beteiligungen der Stiftung an mehreren Start-ups. Über die Tochtergesellschaft APIC Investments sowie verschiedene Fonds ist die Laura Privatstiftung an jungen Unternehmen beteiligt.
Problematisch dabei: Laut den Verträgen müssen für einige Investments weitere Gelder nachgeschossen werden. Werden diese Nachschüsse nicht geleistet, könnten bereits investierte Summen von bis zu 17 Millionen Euro massiv an Wert verlieren. Gleichzeitig verfügt die APIC Investments laut Bericht über ein Eigenkapital von rund 36 Millionen Euro.
Interesse gibt es laut Masseverwalter bereits an mehreren Forstgütern der Stiftung. Dazu zählt das steirische Stüblergut-Salla samt Luxus-Jagdrevier, das mit rund 28 Millionen Euro bewertet wird.
Auch für ein Forstgut in Tarrenz mit der Burgruine Alt-Starkenberg und dem Wehrturm Gebratstein sollen bereits Kaufanfragen vorliegen. Der Wert dieser Liegenschaft wird mit etwa zwei Millionen Euro angegeben.