Ärztekammer skeptisch

Impfen in der Apotheke? Jetzt entbrennt heftiger Streit

Die Apotheke als Impfstation? Ein neuer Plan sorgt für Begeisterung – und für ganz deutliche Kritik.
06.11.2026, 22:03
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Schnell ein Medikament abholen und bei derselben Gelegenheit gleich die nächste Impfung erledigen? Was für viele Menschen nach einer praktischen Erleichterung klingt, könnte in Oberösterreich schon bald Wirklichkeit werden. Doch während die Apotheker jubeln, regt sich bei den Ärzten Widerstand. Auch die Politik meldet Bedenken an.

Diese Impfungen sollen möglich werden

Ab dem kommenden Frühjahr könnten Apotheken erstmals bestimmte Schutzimpfungen anbieten. Geplant sind Impfungen gegen FSME, Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie und Hepatitis B. Das Angebot soll Menschen ab 14 Jahren offenstehen. Allerdings darf nicht einfach jeder Apotheker zur Spritze greifen. Voraussetzung ist eine entsprechende Ausbildung des Personals. Für Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich, wäre die Neuerung ein "Meilenstein". Sie sieht darin einen wichtigen Schritt, um Impfungen leichter zugänglich zu machen.

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Apotheker wollen noch einen Schritt weitergehen

Doch bei den fünf vorgesehenen Impfungen soll es aus Sicht der Apothekerkammer nicht bleiben. Aichberger spricht sich dafür aus, auch weitere Totimpfstoffe in das Angebot aufzunehmen. Sie verweist dabei auf Deutschland, wo Apotheken bereits Impfungen durchführen dürfen. Aus ihrer Sicht fehlen überzeugende fachliche Gründe, das geplante Angebot auf wenige Impfstoffe zu beschränken.

Ärztekammer äußert deutliche Bedenken

Wenig begeistert zeigt sich hingegen die Ärztekammer Oberösterreich. Kurienobmann Paul Niederberger hält Arztpraxen weiterhin für den geeigneteren Ort, um Impfungen durchzuführen. Er verweist außerdem auf Probleme bei der Impfstoffverteilung: Würde diese reibungslos funktionieren, könnten die Impfstoffe seiner Ansicht nach bei allen Ärztinnen und Ärzten verfügbar sein.

Auch seine Stellvertreterin Johanna Holzeider betont die Vorteile einer Impfung in der Ordination. Dort könnten die Krankengeschichte der Patienten berücksichtigt und mögliche, wenn auch seltene, Impfreaktionen medizinisch betreut werden.

Wer trägt im Ernstfall die Verantwortung?

Kritik kommt auch von der MFG. Die oberösterreichische Landtagsabgeordnete Dagmar Häusler sieht vor allem bei der Patientensicherheit offene Fragen. Eine Impfung sei ein medizinischer Eingriff, bei dem persönliche Risiken berücksichtigt werden müssten. Deshalb müsse klar geregelt sein, wer bei schweren Impfreaktionen oder möglichen Gesundheitsschäden die medizinische und rechtliche Verantwortung trägt.

red, 06.11.2026, 22:03