Ein neues Gesetz der Regierung gibt es vor: Ab 1. April 2026 müssen alle von Shrinkflation betroffenen Produkte direkt am Supermarktregal gekennzeichnet werden. Damit sollen alle Österreicher gleich sehen können, wo es versteckte Preiserhöhungen durch geringeren Packungsinhalt gab.
Shrinkflation gilt als einer der fiesesten Tricksereien im Supermarkt: Die Packung bleibt gleich teuer, der Inhalt schrumpft – und Kunden zahlen, vielfach unbemerkt, teils kräftig drauf. Wer schummelt, bekommt bei Billa schon jetzt ein Warnschild verpasst.
Der Supermarkt-Riese prescht vor und setzt nach eigenen Angaben als erster Lebensmittelhändler Österreichs diese Maßnahme bereits seit 2. Jänner um. Sowohl auf der eigenen Webseite als auch auf Plakaten und Bildschirmen in den Filialen werden die Kunden darüber informiert.
Billa sieht sich selbst in einer "Schutzschildfunktion" und gibt dabei auch ein Versprechen ab: "Wir schauen für Sie bei Menge und Preis genau hin." Preiserhöhungen aufgrund der Mengenreduktion durch den Hersteller sollen 90 Tage lang gekennzeichnet werden.
Und: "Bei allen Billa Eigenmarken gibt's garantiert keine Preiserhöhung durch weniger Packungsinhalt. Sollte sich die Inhaltsmenge ändern, wird auch der Preis angepasst, sodass sich der Grundpreis nicht erhöht – und das für mindestens 90 Tage ab Verkaufsstart."
Zum Start der Anti-Shrinkflation-Initiative zu Jahresbeginn gab es noch keine rückwirkende Kennzeichnung von Produkten in den Regalen. Bei jedem neuen Verkaufsstart oder Änderungen wird seither aber genau hingeschaut.
Wie berichtet, gab es diese Woche zum ersten Mal Mogel-Alarm in den Filialen! Billa hat ein Shrinkflation-Produkt entdeckt und auch sichtbar gekennzeichnet.
Bei den "Milka Schoko Snacks" im Kühlregal prangt jetzt direkt neben dem Preisschild ein Warnhinweis: "Der Lieferant hat bei erhöhtem Preis den Packungsinhalt reduziert. Der Grundpreis hat sich somit im Vergleich zu vorher erhöht."
"Heute"-Leserreporter Herbert, eine begeisterte Naschkatze, wurde erst durch diesen Hinweis auf die Shrinkflation aufmerksam. Er ist empört über dieses Vorgehen des Herstellers: "Wahnsinn. Der gleiche Preis bei einer geringeren Menge ist ja schlimm. Mich so heimlich mehr zahlen zu lassen, ist wirklich dreist. Ich bin dem Supermarkt wirklich dankbar für den Hinweis."
Allerdings gibt es noch etwas Nachbesserungsbedarf seitens der Supermarkt-Kette. Im Billa Online-Shop fehlt die Shrinkflation völlig, auf den Preisschildern finden sich teils noch alte Angaben zum (Gesamt-)Gewicht. So werden etwa bei einer Packung noch 116 Gramm angegeben, obwohl es nur mehr 108 Gramm sind.