Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt ein Mann aus Bosnien die deutschen Behörden – darüber berichtet am Mittwoch die BILD. Im Jahr 2003 tauchte Huso B. erstmals in Köln auf - ohne Ausweispapiere. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, Bosnien-Herzegowina gilt als sicheres Herkunftsland. Doch der Mann verschwand und kehrte 2007 erneut nach Deutschland zurück.
Wieder wurde er ausgewiesen, blieb aber im Land. Er klagte auf Bleiberecht, das Verfahren zog sich zwei Jahre. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Abgeschoben wurde er dennoch nicht - selbst dann nicht, als er straffällig wurde.
Seit 2010 ist Huso B. laut Bericht wegen verschiedener Betrugsdelikte polizeibekannt. Parallel dazu gründete er in Köln eine Familie. Gemeinsam mit seiner Frau hat er acht Kinder, berichtet die deutsche Boulevardzeitung. Die Familie bezieht laut vorliegenden Unterlagen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Für Huso B. und seine Frau gibt es jeweils 835,24 Euro "Hilfe zum Lebensunterhalt" (HzL), für die acht Kinder - je nach Alter - zwischen 630,81 Euro und 817,71 Euro pro Monat. Insgesamt ergibt das 7.250,77 Euro monatlich, also mehr als 87.000 Euro im Jahr. Die Familie lebt in einem Asylblock, Miete fällt nicht an, schreibt die BILD.
Die Stadt Köln verweist gegenüber der Zeitung auf rechtliche Vorgaben und äußert sich zum konkreten Fall nicht. Allgemein heißt es, "dass bei einem fehlenden Aufenthaltsrecht nicht in jedem Fall die Ausreisepflicht durchgesetzt werden kann. Zu berücksichtigen sind hier unter anderem die … familiäre Situation. Sofern Kinder von einer Abschiebung – selbst wenn nur mittelbar – betroffen sind, ist dies im besonderen Maße zu berücksichtigen", so die BILD.
Weil die Familie seit Jahren in Deutschland lebt, erhält sie demnach nicht mehr nur Grundleistungen, sondern sogenannte "erhöhte Analogleistungen" in Höhe der regulären Sozialhilfe. Laut Stadt soll es in Köln sieben zehnköpfige Familien mit minderjährigen Kindern geben, die Asylbewerberleistungen beziehen.
Mit den konkreten Zahlen konfrontiert, bestreitet Huso B. gegenüber Reportern, so viel Geld zu bekommen. Auch seine kriminelle Vergangenheit spielt er herunter: "Die letzte Straftat, die ich begangen habe, war 2014", sagt er. Tatsächlich hätte er zuletzt am 8. Dezember 2025 vor Gericht erscheinen sollen. Laut Staatsanwaltschaft soll er versucht haben, in einer Drogeriekette mit Gutscheinkarten zu betrügen. Der Prozess wurde vertagt.