Duschen, Deo auftragen, Hände waschen – für die meisten Menschen gehören diese Handgriffe so selbstverständlich zum Alltag wie das Zähneputzen. Doch wie genau nehmen es die Österreicher tatsächlich mit der Sauberkeit? Eine aktuelle Umfrage liefert darauf überraschend detaillierte Antworten – und zeigt auch, wo es mit der Hygiene offenbar nicht ganz so genau genommen wird.
Für den von dm Österreich in Auftrag gegebenen "Hygiene-Report" befragte IMAS International im Juli 2026 österreichweit 1.005 Personen ab 16 Jahren. Das zentrale Ergebnis: Persönliche Hygiene hat für eine deutliche Mehrheit einen hohen Stellenwert.
Bei der täglichen Körperpflege haben viele Österreicher offenbar feste Routinen: 68 Prozent der Befragten geben an, mindestens einmal am Tag zu duschen. 65 Prozent verwenden täglich oder sogar mehrmals am Tag Deo oder Antitranspirant.
Besonders wichtig ist dabei offenbar, unangenehme Gerüche zu vermeiden. 73 Prozent bewerten die Vermeidung von Körpergeruch mit der höchsten Wichtigkeitsstufe, weitere 19 Prozent mit der zweithöchsten. Zusammengerechnet ist dieser Punkt damit für 92 Prozent sehr oder eher wichtig. Doch wie konsequent Menschen auf Hygiene achten, hängt stark von der jeweiligen Situation ab.
Besonders deutlich wird das beim Händewaschen. Nach dem Gang zur Toilette geben 87 Prozent an, sich immer die Hände zu waschen. Vor dem Kochen sind es 67 Prozent, nach dem Hantieren mit rohem Fleisch 66 Prozent und vor dem Essen 59 Prozent.
Nach dem Händeschütteln sieht die Sache dagegen völlig anders aus: Nur 15 Prozent waschen sich danach immer die Hände. Interessantes Detail: Ebenfalls 15 Prozent greifen sogar vor dem Toilettengang zum Wasserhahn. "Das Hygienebewusstsein ist unter der österreichischen Bevölkerung sehr hoch, es zeigen sich aber auch Wissenslücken zur persönlichen Hygiene", sagt Paul Christian Eiselsberg von IMAS.
Spannend wird der Report auch bei der Frage, wie die Österreicher die Hygiene ihrer Mitmenschen wahrnehmen. Im eigenen Zuhause herrscht offenbar weitgehend Zufriedenheit: 89 Prozent zeigen sich dort mit der Sauberkeit anderer zufrieden. Im öffentlichen Verkehr fällt das Urteil deutlich kritischer aus: Nur 40 Prozent vergeben dort die Bestnote, während 20 Prozent mit der Hygiene ihrer Mitmenschen eher nicht oder überhaupt nicht zufrieden sind.
Auch beim Wechseln alltäglicher Gebrauchsgegenstände zeigen sich große Unterschiede. 78 Prozent wechseln ihre Unterwäsche täglich, bei den Socken sind es 70 Prozent. Mindestens einmal pro Woche wechseln laut Umfrage 94 Prozent ihre Unterwäsche und 93 Prozent ihre Socken. Bei Handtüchern liegt der entsprechende Anteil bei 77 Prozent.
Interessant wird es in Küche und Badezimmer: Knapp die Hälfte der Befragten ersetzt ihren Küchenschwamm mindestens einmal pro Woche. Bei der Zahnbürste tun das im selben Zeitraum dagegen nur 17 Prozent.
Auf einen längeren Zeitraum betrachtet sieht es anders aus: 65 Prozent geben an, ihre Zahnbürste mindestens einmal pro Monat auszutauschen. Übliche Empfehlungen sehen einen Wechsel spätestens nach rund drei Monaten vor; nach bestimmten Erkrankungen kann ein früherer Austausch sinnvoll sein.