207.500 Euro kassiert

"Mieterschreck-Konzern" – Wirbel um Zeilers Ex-Job

Die Grünen kritisieren Gerhard Zeiler wegen seiner früheren Tätigkeit für den Immobilienkonzern Vonovia und fordern nun Antworten.
Newsdesk Heute
03.10.2026, 15:38
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Mitten in der Debatte um die SPÖ-Spitze gerät Gerhard Zeiler wegen einer früheren Tätigkeit für den Immobilienkonzern Vonovia unter Druck. Die Grünen nehmen seine Rolle bei dem Unternehmen und seine damalige Vergütung ins Visier.

Grünen-Wohnbausprecherin Nina Tomaselli erklärt: "Wer bei einem Mieterschreck-Konzern wie Vonovia Verantwortung übernimmt und dafür über 200.000 Euro kassiert, muss sich Fragen gefallen lassen".

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Zeiler war von 2014 bis 2016 zunächst Verwaltungsratsvorsitzender der später übernommenen GAGFAH und anschließend Aufsichtsrat bei Vonovia. Für die gut zwei Jahre habe er laut Tomaselli insgesamt 207.500 Euro erhalten.

Vonovia steht seit Jahren wegen seiner Geschäftspraktiken gegenüber Mietern in der Kritik. Mietervereine beanstandeten unter anderem hohe Mietaufschläge nach Sanierungen und fragwürdige Betriebskostenabrechnungen.

Tomaselli will deshalb Antworten von Zeiler: "Was war Zeilers Rolle, warum ist er für so einen Konzern tätig?"

Kritik auch an der SPÖ

Die Grünen-Politikerin verbindet ihre Kritik an Zeiler mit einem Angriff auf die Wohnungspolitik der SPÖ. Innerhalb der Partei scheine dessen Vergangenheit bei Vonovia niemanden zu stören.

"Die SPÖ war einmal die Partei des leistbaren Wohnens. Heute stellt sie mit Andreas Babler den Wohnminister, aber der wohnpolitische Anspruch geht im internen Machtkampf unter. Im Sommer wurden Erleichterungen für Beschattung und Klimaanlagen angekündigt, im August wurde ein Gesetzesentwurf bis Herbst versprochen. Jetzt ist Herbst und passiert ist nichts."

Am Sonntag steht in der SPÖ ein Treffen von Vizekanzler Andreas Babler mit den Länderchefs an. Dabei soll auch die Personaldebatte behandelt werden, die durch Zeilers Bewerbung um den Parteivorsitz ausgelöst wurde.

Zeiler denkt nicht an Rückzug

Zeiler hält sich derzeit beruflich in den USA auf. Trotz der bislang zurückhaltenden Unterstützung aus den Reihen der SPÖ-Funktionäre denke er "überhaupt nicht" daran, seine Bewerbung zurückzuziehen.

Über den amtierenden SPÖ-Chef sagte Zeiler: "Ich halte Andreas Babler für einen wirklich netten und ehrlichen Sozialdemokraten. Aber es ist der Kurs, der nicht erfolgreich ist. Er ist falsch."

Marterbauer erteilt Absage

In der Debatte wurde zuletzt auch Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) als möglicher Vizekanzler für den Fall eines Rücktritts Bablers genannt. Die Aufgaben des Parteivorsitzenden könnten demnach bei einer anderen Person liegen.

Marterbauer erklärte am Freitag in der "ZIB2", ein solches Szenario sehe er "in den nächsten Monaten" nicht.

Auch Zeilers Vorstoß bewertete der Finanzminister kritisch: "Ich finde das weder vom Zeitpunkt passend noch vom Inhalt nachvollziehbar."

red,03.10.2026, 15:38