"Lernen verlernen"

Minister schlägt Alarm – und warnt vor dieser KI-Gefahr

Künstliche Intelligenz ist längst im Klassenzimmer angekommen. Bildungsminister Wiederkehr warnt nun vor einer großen Gefahr für Österreichs Schüler.
06.11.2026, 22:30
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Schulalltag kaum noch wegzudenken. Ob Hausübungen, Referate oder die Vorbereitung auf Prüfungen – immer mehr Schüler greifen auf ChatGPT und andere KI-Programme zurück. Doch die neue Technologie birgt auch Risiken. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) warnt nun davor, dass Kinder und Jugendliche dadurch wichtige Fähigkeiten verlieren könnten.

Am Freitag präsentierte der Minister deshalb eine neue KI-Strategie für Österreichs Schulen. Sie soll Lehrern, Schülern und Schulleitungen Orientierung beim Umgang mit der Technologie geben. Dabei machte Wiederkehr deutlich, dass KI zwar große Chancen biete, das eigenständige Denken aber keinesfalls ersetzen dürfe.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Lernen verlernen"

"Aus meiner Sicht ist die größte Gefahr, dass wir irgendwann das Lernen verlernen, weil die KI für uns denkt und Wissen produziert", warnte der Bildungsminister bei der Präsentation.

Deshalb müssten Kinder zunächst grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen erlernen, bevor sie KI-Anwendungen im Unterricht einsetzen. Gerade in diesen Bereichen sei das Fundament zuletzt teilweise brüchig geworden.

Wiederkehr gibt deshalb eine klare Reihenfolge vor: "Zuerst Lernen ohne KI, dann Lernen über die KI und ihre Funktionsweise und dann Lernen mit der KI." Schüler müssten außerdem verstehen, wie KI funktioniert, und lernen, die Antworten der Programme kritisch zu hinterfragen. Die eigene Denkleistung und Urteilsfähigkeit dürften nicht an Maschinen abgegeben werden.

KI soll Lehrer nicht ersetzen

Auch für Lehrkräfte sieht der Minister Vorteile durch den Einsatz künstlicher Intelligenz. So könnten KI-Programme etwa bei der Unterrichtsvorbereitung, der Erstellung von Lernmaterialien oder bei Verwaltungsaufgaben helfen.

Eine klare Grenze zieht Wiederkehr allerdings bei der Rolle der Pädagogen. "Keine KI wird Lehrpersonen ersetzen", stellte er klar. Auch die Beurteilung der Schüler dürfe nicht von einem Computerprogramm übernommen werden. Die Letztverantwortung müsse immer beim Menschen bleiben. Wie KI konkret im Unterricht eingesetzt wird, sollen deshalb weiterhin die Lehrer selbst entscheiden.

Unterstützung für Österreichs Schulen

Die am Freitag vorgestellte Strategie ist allerdings noch kein verbindlicher Maßnahmenkatalog. Konkrete Gebote oder Verbote für den KI-Einsatz sind darin nicht enthalten. Vielmehr soll sie als Orientierung dienen und laufend weiterentwickelt werden.

Unterstützung für die Schulen ist dennoch geplant: Ab dem Frühjahr soll es eine eigene Anlaufstelle für offene Fragen rund um KI-Anwendungen geben. Bereits ab dem Sommersemester sollen Lehrkräfte außerdem über den "Marktplatz Lernapps" auf geprüfte KI-Programme für den Unterricht zugreifen können.

pol, 06.11.2026, 22:30