Am Ostermontag konnten die Autofahrer kurzfristig durchatmen. Nach der massiven Spritpreis-Erhöhung am vergangenen Freitag ließen die Tankstellen ihre nächste "Chance" für einen Preissprung nach oben ungenutzt.
Aufgrund der Preisrally der vergangenen Wochen seit dem Ausbruch der Iran-Krise hat sich die wirtschaftsliberale Agenda Austria die Frage gestellt: Wie lange muss man arbeiten, um sich einen Liter Treibstoff leisten zu können? Und die Experten haben die Antworten gleich mitgeliefert:
Berechnet wurde der Zeitrahmen bei einem Netto-Medianeinkommen (50 Prozent bekommen mehr, 50 Prozent weniger, Anm.) von 30.316 Euro im Jahr.
Für einen Liter Super wären demnach sechs Minuten notwendig. Für einen vollen 50-Liter-Tank wären das fünf Stunden. Dieser Wert lag zuletzt 2022 höher. Der Höchstwert seit 1997 betrug 7,62 im Jahr 2012. Der Tiefstwert datiert aus dem Jahr 2020 mit gerade einmal 4,25 Minuten.
Bei einem Liter Diesel wären es bereits 7,35 Minuten, bei 50 Litern also rund sechs Stunden. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2012 mit 7,37 Minuten. Das war gleichzeitig der Rekord seit 1997. Tiefstwert: 4,09 Minuten (2020).
Die Agenda Austria nennt die derzeitigen Preise an den Zapfsäulen "zwar ärgerlich, aber kaufkraftbereinigt nicht gerade ein nationaler Notstand". Denn die aktuell notwendige Arbeitszeit pro Liter liege im Schnitt der vergangenen drei Jahrzehnte.
Dementsprechend zeigt man sich gespannt, welche "Asse die Regierung noch aus dem Ärmel ziehen will". "Die Regierung hätte ihr Pulver nicht jetzt schon verschießen sollen", so der Agenda-Ökonom Jan Kluge im Hinblick auf Maßnahmen wie die von der Regierung so titulierte "Spritpreisbremse".
Denn angesichts der bevorstehenden Teuerung bei Gas und Strom "wird die Regierung ihren finanziellen Spielraum noch brauchen, um bedürftige Haushalte über den Winter 2026/27 zu bringen", prophezeit der Experte.