Bei den landesweiten Protesten in Frankreich ist es am Donnerstag erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. In Tournefeuille bei Toulouse drangen laut ersten Berichten rund 30 Vermummte in eine Schule ein und setzten das Gebäude mit Feuerwerkskörpern in Brand.
Videos in sozialen Netzwerken zeigen vermummte Personen vor und in der Schule, während im Inneren Flammen lodern. Die Schule wurde evakuiert, 60 Feuerwehrleute rückten an. Verletzt wurde niemand.
Nach ersten Informationen sollen sich rund 30 Personen gewaltsam Zutritt zum Schulgebäude verschafft haben. Dabei hatten sie Feuerwerkskörper bei sich, mit denen sie laut Medienberichten das Feuer auslösten. Videoaufnahmen sollen der Polizei helfen, die Verantwortlichen auszuforschen.
Selbst die Feuerwehr wurde zum Ziel: Während des Löscheinsatzes wurden die Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern beschossen. Auch Ausrüstung sollte gestohlen werden.
Auch im nordfranzösischen Lille kam es zu einem Brandanschlag: Dort wurde am Donnerstagvormittag das Eingangstor einer Schule angezündet. Polizei und Feuerwehr rückten an.
In ganz Frankreich demonstrierten am Donnerstag Hunderttausende Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten, niedrige Löhne und Sparmaßnahmen der Regierung.
Die Behörden hatten mit bis zu 700.000 Demonstranten gerechnet. Bereits zu Mittag wurden rund 270.000 Teilnehmer bei 180 Kundgebungen außerhalb von Paris gezählt. Landesweit waren rund 70.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz.
Auch in Lyon und Nantes kam es zu Zwischenfällen. In Lyon errichtete ein schwarzer Block aus mehreren Hundert Personen Barrikaden und setzten ein Auto in Brand. Die Polizei ging daraufhin hart gegen die Menschenmenge vor. In mehreren Städten setzte die Polizei Tränengas ein.
Der Streik hatte auch Folgen für den Alltag: In Paris blieb der Eiffelturm geschlossen, zahlreiche Regionalzüge fielen aus. Vor Schulen errichteten Schüler Barrikaden aus Mülltonnen und Absperrgittern.
Ein Ende der Proteste ist nicht in Sicht. Für Freitag sind weitere Blockaden angekündigt, am Samstag (7. November) sollen erneut landesweite Demonstrationen stattfinden.