Schockierende Zahlen bringt eine parlamentarische Anfrage der FPÖ ans Licht: Wie Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) bekanntgab, wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.969 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch erfasst.
Dem stehen 575 Verurteilungen gegenüber. Hier muss man anmerken, dass aufgrund der teils langen Verfahrensdauer nicht sämtliche im Jahr 2025 eingeleiteten Verfahren bereits abgeschlossen sein können. Zudem zeigen mehr als 800 richterliche Überwachungsanordnungen das enorme Ausmaß der Ermittlungsarbeit.
"Diese fast 3.000 Fälle sind eine erschütternde Bilanz und ein vernichtendes Zeugnis für den Kinderschutz in Österreich. Hinter jedem einzelnen Fall steht ein Kind, dessen Vertrauen, Sicherheit und oft auch dessen weitere Entwicklung schwer beschädigt wurden", zeigt sich FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker erschüttert.
"Die entscheidende Frage lautet: Warum ist die Gewalt gegen Kinder weiterhin derart massiv, obwohl die Bundesregierung seit Jahren von Prävention, Gewaltschutz und Kinderschutz spricht? Offensichtlich reichen Kampagnen, Arbeitsgruppen und Ankündigungen nicht aus", kritisiert die freiheitliche Politikerin. "Entscheidend ist nicht, wie viele Maßnahmen auf dem Papier stehen, sondern ob Kinder dadurch tatsächlich besser geschützt werden."
„Diese fast 3.000 Fälle sind ein vernichtendes Zeugnis für den Kinderschutz in Österreich.“Rosa EckerFrauensprecherin, FPÖ
Besonders problematisch sei, dass das Ministerium wesentliche Fragen nicht beantworten könne. So lägen weder ausreichende Daten über Beschlagnahmungen und die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen noch über Fälle innerhalb der Familie vor. Bei einem international stark vernetzten Kriminalitätsbereich seien zudem lediglich 24 Rechtshilfeersuchen ins Ausland ausgewiesen worden.
"Neben dem unermesslichen Leid der betroffenen Kinder bleiben auch enorme Kosten für die Allgemeinheit. Allein die juristische Prozessbegleitung für 867 minderjährige Opfer kostete im Jahr 2025 rund 2,5 Millionen Euro. Diese notwendige Unterstützung zeigt, welche langfristigen Folgen jedes einzelne Verbrechen verursacht – für die Opfer, ihre Familien und letztlich für die gesamte Gesellschaft", so Ecker.
Dieses Geld müsse selbstverständlich für die Opfer bereitstehen. "Der eigentliche Skandal ist, dass es der Politik nicht gelingt, Kinder frühzeitig und wirksam vor diesen Verbrechen zu schützen."
Ecker erkennt klaren Handlungsbedarf: "Kinder brauchen konkreten Schutz statt ständig neuer Ankündigungen. Täter müssen rascher ausgeforscht, konsequent verfolgt und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden."