Diesel, Kerosin

Sprit-Engpässe: Minister hat jetzt wichtige Information

Droht vor Reisezeit Knappheit bei Diesel oder Flugbenzin? VP- Hattmannsdorfer hat neue Daten zur Versorgungslage in Österreich. Lagerbestände steigen
Angela Sellner
23.06.2026, 15:15
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Die Urlaubssaison steht vor der Tür – und viele sorgen sich, ob angesichts der Iran-Krise der Sprit für Auto- oder Flugreisen knapp werden könnte. Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus als Haupt-Route für Öltanker erregt weiter Befürchtungen hinsichtlich Versorgungsengpässen bei Diesel und Kerosin.

Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) beruhigt jetzt. Es gebe aktuell keinen Mangel, die Lagerbestände seien deutlich gestiegen.

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"Verlässliche Versorgung"

"Österreich ist über alle Energieträger hinweg gesichert versorgt: Bei Öl, Diesel und Kerosin sorgen die Raffinerie Schwechat, stabile Importwege und unsere strategische Reserve über rund 90 Tage für eine verlässliche Versorgung", so Hattmannsdorfer.

Auch beim Gas will Österreich vorsorgen: Die strategische Gasreserve von 20 Terawattstunden wird bis April 2029 verlängert – sie entspricht rund einem Viertel des jährlichen Inlandsverbrauchs. Haushalte und Betriebe seien damit auch in geopolitisch unsicheren Zeiten abgesichert.

Mehr Diesel gebunkert

Beim Diesel ist Österreich stark von Importen abhängig: Rund 69 Prozent des heimischen Bedarfs kommen aus dem Ausland. Davon stammen wiederum rund 71 Prozent aus Deutschland. Dort produzieren die Raffinerien laut Ministerium ohne Einschränkung.

Die kommerziellen Lagerstände von Diesel in Österreich legten im April 2026 gegenüber März um 36 Prozent zu. Im Vergleich zum mehrjährigen April-Schnitt war der Lagerstand sogar um 30,33 Prozent höher. Auch ausgefallene Diesel-Importe konnten bisher kompensiert werden.

„Oberstes Ziel bleibt eine Beruhigung der Lage rund um die Straße von Hormus. Für uns als Republik hat aber vor allem die Versorgungssicherheit Priorität – gerade angesichts der Iran-Krise. Die Lagerstände zeigen: Wir sind hier erfolgreich.“
Wolfgang HattmannsdorferWirtschafts- und Energieminister (ÖVP)

Kerosin made in Austria

Noch besser sieht es derzeit beim Kerosin aus. Österreich produziert rund 95 Prozent des verbrauchten Flugturbinenkraftstoffs selbst. Der Flughafen Wien wird vor allem über die Raffinerie Schwechat versorgt. Ein Kerosin-Engpass sei daher in Österreich vorerst nicht zu erwarten.

Die Kerosin-Lagerstände stiegen laut Ministerium im Mai gegenüber April um 56,56 Prozent. Der gesamte Bestand lag bei 133.468 Tonnen. Davon waren 87.218 Tonnen kommerzieller Bestand, 46.250 Tonnen entfielen auf die Pflichtnotreserve. Das ist der höchste Mai-Wert der letzten sechs Jahre.

Wichtig für den Ernstfall: Österreich verfügt bei Öl, Diesel und Kerosin über strategische Reserven für rund 90 Tage. Damit soll die Versorgung auch dann abgesichert bleiben, wenn internationale Lieferwege weiter unter Druck geraten.

EU zapft Notreserven an

Ganz entspannt ist die Versorgungssituation in Europa freilich nicht. In der EU stammen 15 bis 20 Prozent des Kerosinverbrauchs aus dem Persischen Golf. Ersatzlieferungen aus den USA und Nigeria konnten bisher rund die Hälfte der ausgefallenen Mengen ausgleichen.

Im besten Fall einer echten Öffnung der Straße von Hormus ab Juli bleibt ein Engpass aus, erfordert aber den Einsatz von europäischen Kerosin-Notreserven.

Flieger am Boden

Im Worst-Case-Szenario einer Blockade der Straße von Hormus bis Jahresende, könnten die europäischen Kerosin-Notreserven rechnerisch bis Jahresende aufgebraucht sein – den Flugzeugen also der Sprit ausgehen.

Österreich selbst ist auf diese europäischen Kerosin-Reserven nicht angewiesen, da wir – wie weiter oben erklärt – fast das gesamte benötigte Kerosin selbst produzieren. Vorausgesetzt natürlich, wir bekommen genug Rohöl. Dieses beziehen wir fast gar nicht direkt über die Straße von Hormus. Österreichs mit Abstand größter Rohöllieferant ist Kasachstan.

Auch wenn wir in Österreich genug Kerosin haben, hätte ein europäischer Engpass aber Auswirkungen auf unseren Flugverkehr. Denn die Flugzeuge könnten zwar in Wien auftanken – auf anderen europäischen Flughäfen aber eventuell nicht...

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 23.06.2026, 18:47, 23.06.2026, 15:15
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