Die Causa rund um den Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sorgt weiter für Diskussionen. Nun meldet sich ORF-Manager Pius Strobl in der Tageszeitung "STANDARD" selbst zu Wort und äußert sich zu Spekulationen über seine Rolle in den Vorgängen.
In einer Stellungnahme zu Fragen erklärt Strobl, dass er die Frau kennt, die Vorwürfe gegen Weißmann erhoben hat. Beide hätten denselben Anwalt. Zugleich betont er, dass er Menschen im ORF grundsätzlich unterstütze. "Ich nehme für mich in Anspruch, dass ich im Bedarfsfall jedem und jeder mit Rat und Tat zur Seite stehe", stellt er im "STANDARD" klar.
Der Manager sagt außerdem, dass die Frau für ihr Vorgehen keine Unterstützung gebraucht habe. "Die betroffene Frau braucht(e) meine Motivation nicht, sondern nur ihren persönlichen großen Mut für diesen Schritt", sagt er gegenüber der Tageszeitung.
Gleichzeitig weist Strobl Spekulationen zurück, wonach persönliche Konflikte mit Weißmann hinter den Vorgängen stehen könnten. Er berichtet jedoch, dass er in den vergangenen Jahren selbst belastende Erfahrungen gemacht habe. "Ich habe den Herrn Generaldirektor a.D. mehrmals schriftlich darauf aufmerksam gemacht und mit Beispielen mitgeteilt, dass ich unter starkem Mobbing seiner Umgebung und Bossing leide", so Strobl zum "STANDARD".
Die Folgen seien schwer gewesen. "Im Mai letzten Jahres holte mich ein schweres Burnout ein, unter dessen Folgen ich immer noch beziehungsweise wieder leide", sagt der ORF-Manager gegenüber der Tageszeitung.
Mit den Vorwürfen gegen Weißmann habe das laut Strobl aber nichts zu tun. Strobl zum "STANDARD": "Die dem Herrn Generaldirektor a.D. nunmehr angelasteten Vorkommnisse stehen allerdings in keinem Zusammenhang mit meiner beruflichen Tätigkeit und Leistung und auch nicht mit meiner persönlichen Leidensgeschichte und ich halte fest: 'Täter bleibt immer noch Täter.'"
Ein weiteres Thema ist eine seit Jahren bestehende Pensionszusage. Strobl bestätigt der Tageszeitung, dass ihm eine entsprechende Regelung einst vom früheren ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zugesichert worden sei. Der inzwischen zurückgetretene ORF-Chef Weißmann habe diese Vereinbarung jedoch nicht akzeptieren wollen.
Strobl erklärt dazu: "Mein Anwalt und ich haben zur Kenntnis genommen, dass ich diese Zusage nach Ablauf meines Dienstvertrags am 31.12.2026 beim Arbeitsamt- und Sozialgericht einklagen werde müssen."
Eine formelle Anfechtung durch den ORF gebe es derzeit nicht. Laut Strobl handle es sich zudem nicht um eine Direktorenpension nach älteren ORF-Verträgen, sondern um eine zusätzliche Zahlung zur bestehenden VALIDA-Pensionsleistung.