Sie schmecken nach Mango, Minze oder süßen Früchten, passen in jede Hosentasche und wirken auf den ersten Blick ziemlich harmlos. Doch hinter den bunten E-Zigaretten steckt ein ernstes Problem: Immer mehr Jugendliche kommen mit Nikotin in Kontakt. Eine aktuelle Umfrage der deutschen Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt, wie verbreitet das Dampfen bereits ist.
Laut dem aktuellen DAK-Präventionsradar konsumiert rund jeder fünfte Jugendliche ab 15 Jahren E-Zigaretten. Besonders sogenannte "Vapes" sind bei jungen Menschen beliebt: Anders als herkömmliche Zigaretten verbrennen sie keinen Tabak, sondern erhitzen eine Flüssigkeit. Das dabei entstehende Aerosol wird eingeatmet und kann Nikotin sowie weitere Stoffe enthalten.
Vor allem die große Auswahl an süßen und fruchtigen Geschmacksrichtungen sowie die vergleichsweise niedrigen Preise machen die Geräte für Jugendliche attraktiv. Doch was nach einem harmlosen Trend aussieht, kann schnell zur Gewohnheit werden.
Für DAK-Vorstandschef Andreas Storm steht deshalb fest: Die verlockenden Aromen müssen verschwinden. Wie "ntv" berichtet, fordert er ein Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten. Geschmacksrichtungen wie Mango oder Menthol würden die Produkte gerade für Kinder und Jugendliche besonders interessant machen und den Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtern. Mit einem solchen Verbot soll der Jugendschutz zusätzlich zur bereits beschlossenen Erhöhung der Tabaksteuer gestärkt werden.
Besonders besorgniserregend: Viele Jugendliche beschränken sich offenbar nicht auf ein einziges Produkt. Der Umfrage zufolge konsumiert die Mehrheit der befragten Vape-Nutzer neben Einweg-E-Zigaretten auch andere Nikotinprodukte, darunter wiederbefüllbare Geräte oder klassische Zigaretten. Das könnte die Gefahr einer Abhängigkeit zusätzlich erhöhen.
Reiner Hanewinkel, Leiter des an der Untersuchung beteiligten Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung, warnt vor den langfristigen Folgen. Wer bereits in jungen Jahren nikotinabhängig wird, hat ein erhöhtes Risiko, dass sich die Sucht bis ins Erwachsenenalter verfestigt.
Wie verbreitet der Konsum unter Jugendlichen ist, untersucht die DAK regelmäßig mit ihrem Präventionsradar. Dafür werden Schülerinnen und Schüler ab der fünften Schulstufe in 15 deutschen Bundesländern zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt. In die aktuelle Auswertung flossen die Angaben von mehr als 28.000 Jugendlichen ein.