Flüchtling: Verbrecher sollen "in Afghanistan bleiben"

Shohibuddin Aman flüchtete vor Jahren selbst aus Afghanistan hierher. Der Fall Leonie erschüttert auch ihn: "Glaubt nicht, dass wir alle gleich sind."

Der Fall Leonie sorgte weit über die Grenzen Österreichs hinaus für Entsetzen. Die 13-Jährige ist vor zwei Wochen an einem Baum lehnend in Wien-Donaustadt tot aufgefunden worden. Bereits kurz darauf war klar: sie war zum Opfer eines schrecklichen Verbrechens geworden. Leonie wurde in der Nacht zuvor unter Drogen gesetzt und vergewaltigt, was schließlich zu ihrem Tod führte. Die mutmaßlichen Täter: vier junge Asylwerber aus Afghanistan.

"Es tut auch mir weh"

Das Verbrechen macht auch Shohibuddin Aman völlig fassungslos. Er ist vor einigen Jahren selbst aus Afghanistan geflohen und lebt jetzt im steirischen Murau. In der "Kleinen Zeitung" schildert er nun sein Entsetzen über das Verhalten seiner Landsleute:

"Ich kann es nicht verstehen, wie man so etwas tun kann. Es tut auch mir weh", schildert der Afghane. Aus seiner Sicht sollten die Täter mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden.

Auch Aman hätte abgeschoben werden sollen, doch ihm wurde durch das zuletzt scharf kritisierte Bundesverwaltungsgericht doch noch der Flüchtlingsstatus zuerkannt. Mittlerweile steht er kurz vor dem Lehrabschluss.

"Können froh sein, in Österreich sein zu dürfen"

Obwohl er keinerlei Verbindung zu der Asylwerber-Gruppe in Wien habe, wolle er sich im Namen all seiner Landsleute bei allen Österreicherinnen und Österreichern entschuldigen. "Glaubt nicht, dass wir alle gleich sind. Wir sind nicht alle Verbrecher."

An alle Flüchtlinge und Asylwerber hat er derweil eine klare Botschaft: Wer Verbrechen begehen will, soll im vom Krieg zerrissenen Afghanistan bleiben.

"Wir können froh sein, in Österreich sein zu dürfen. Hier können wir arbeiten, haben Freiheit, können im Land überall hingehen", betont Aman. Er selbst will nur ein ruhiges Leben führen, kann sich sogar vorstellen, für immer in der Steiermark zu bleiben. 

Abschließend appelliert er an alle: "Und bitte reden wir miteinander – das ist immer gut."

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