Fall Leonie: Erster Verdächtiger bekennt sich schuldig!

Einer schweigt, einer bestreitet, einer ist auf der Flucht. Jetzt bekennt sich der 18-jährige Verdächtige als erster schuldig – aber nicht wegen Mord!

Was passierte wirklich in der Tatnacht auf den 26.6, in der die 13-jährige Leonie zu Tode kam? Die Ermittler rekonstruierten in den vergangenen Tagen fieberhaft die grausamen Geschehnisse, die sich in der Wohnung eines 18-jährigen Afghanen in Wien-Donaustadt abgespielt haben sollen.

Leonie sollen Drogen eingeflößt worden sein, mindestens zwei Verdächtige (16, 22) sollen die 13-Jährige vergewaltigt haben, bevor ihr Herz aufhörte zu schlagen. Gemeinsam trugen die jungen Männer das leblose Mädchen dann aus der Wohnung auf einen Grünstreifen, lehnten sie gegen einen Baum. 

180 Grad bei Aussprache mit Anwalt

Einer der afghanischen Verdächtigen, ein Boxer (22), könnte sich laut Zeugen über Innsbruck nach Italien abgesetzt haben und befindet sich auf der Flucht. Drei weitere Afghanen sitzen momentan in U-Haft, weisen bisher jede Schuld von sich. Nun änderte der 18-jährige Wohnungsmieter plötzlich seine Meinung. 

Nach einem Gespräch mit seinem Verteidiger Thomas Nirk am Mittwoch, bekennt sich der junge Mann nun schuldig – nicht aber der Vergewaltigung oder gar des Mordes – sondern allein der unterlassenen Hilfeleistung. "Ich war dabei, als Leonie vergewaltigt wurde, aber ich bin nicht dazwischen gegangen", soll der bereits mehrfach Vorbestrafte gesagt haben.

Anwalt Thomas Nirk übernahm die Verteidigung des 18-Jährigen.
Anwalt Thomas Nirk übernahm die Verteidigung des 18-Jährigen.privat

Darum war Verdächtiger legal im Land

Warum er genau das nicht tat, sagte er nicht. Das wird spätestens vor Gericht zu klären sein – genau wie die jeweilige Verantwortung der einzelnen Verdächtigen am Tod der 13-Jährigen. Dem 18-Jährigen konnte bisher keine Vergewaltigung nachgewiesen werden – es wurden (noch) keine DNA-Spuren des Verdächtigen am Körper von Leonie festgestellt.

Der bereits mehrfach verurteilte Flüchtling sollte sich aber eigentlich gar nicht mehr in Österreich aufhalten , konnte nur deshalb immer noch da sein, weil eine Beschwerde gegen eine Aberkennung des Aufenthaltstitels aus dem Jahr 2019 im Bundesverwaltungsgericht anhängig war und das letztinstanzliche Urteil noch nicht vorlag.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account ct Time| Akt:
MordVergewaltigungAfghanistanPolizei

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen