Frisch gekochte Pasta, dampfender Reis oder knusprige Kartoffeln gehören für viele zu den absoluten Lieblingsgerichten. Doch genau diese vermeintlichen "Dickmacher" könnten überraschend gesünder sein als gedacht – zumindest dann, wenn sie nach dem Kochen erst einmal im Kühlschrank landen.
Durch das Abkühlen passiert in Nudeln, Reis oder Kartoffeln etwas Spannendes: Ein Teil der enthaltenen Stärke verändert seine Struktur und wird zur sogenannten resistenten Stärke. Ernährungsexperten sehen darin einen kleinen Gesundheits-Booster mit positiven Effekten auf Blutzucker, Darm und sogar den Cholesterinspiegel.
Normalerweise wird Stärke im Dünndarm schnell zu Zucker verarbeitet. Genau dadurch steigt der Blutzuckerspiegel an. Resistente Stärke funktioniert allerdings anders: Sie kann im Dünndarm nicht vollständig verdaut werden und wirkt deshalb ähnlich wie Ballaststoffe. Dadurch steigt der Blutzucker langsamer an – ein Effekt, der besonders für Menschen mit Diabetes interessant sein kann.
Im Dickdarm dient resistente Stärke außerdem als Nahrung für gute Darmbakterien. Dabei entstehen wichtige Fettsäuren, die den Darm unterstützen und Entzündungen entgegenwirken können. Besonders die Fettsäure Butyrat gilt als wichtig für eine gesunde Darmflora und die Darmschleimhaut.
Ganz so einfach ist es leider nicht. Zwar enthält resistente Stärke etwas weniger Kalorien als normale Stärke, der Unterschied bleibt aber relativ klein. Trotzdem kann der Effekt beim Abnehmen helfen – vor allem, weil Ballaststoffe länger satt machen und die Verdauung fördern.
Damit resistente Stärke entsteht, sollten Nudeln, Reis oder Kartoffeln nach dem Kochen mehrere Stunden (idealerweise über Nacht) im Kühlschrank abkühlen. Danach können die Speisen sogar wieder aufgewärmt werden. Ein Teil der resistenten Stärke bleibt trotzdem erhalten.