Frisch geschnitten über dem Butterbrot, im Kräuteraufstrich oder als Topping auf der Suppe: Schnittlauch gehört für viele fix zur Küche dazu. Das beliebte Küchenkraut gilt als pflegeleicht, wächst schnell nach und landet vom Frühling bis in den Sommer regelmäßig auf Tellern. Doch sobald plötzlich violette Blüten aus den Halmen wachsen, stellen sich viele dieselbe Frage: Kann man blühenden Schnittlauch eigentlich noch essen?
Schnittlauch gehört zur Familie der Lauchgewächse und beginnt im Frühling oder Sommer nach einiger Wachstumszeit Knospen zu bilden. Daraus entstehen später kugelige Blüten in Weiß, Rosa oder Violett. Viele Hobbygärtner schneiden die Blüten sofort ab, weil sie glauben, der Schnittlauch sei danach nicht mehr essbar. Genau das stimmt allerdings nicht.
Auch wenn Schnittlauch bereits blüht, kann er weiterhin problemlos gegessen werden. Weder die Halme noch die Knospen oder Blüten sind giftig. Allerdings verändert sich die Pflanze während der Blütezeit deutlich. Die Halme werden kräftiger, dicker und oft etwas härter.
Gleichzeitig verliert der Schnittlauch einen Teil seines feinen Aromas. Der Grund: Die Pflanze steckt während der Blüte viel Energie in die Blütenbildung – und genau das wirkt sich auf Geschmack und Konsistenz aus. Viele Menschen bemerken bei blühendem Schnittlauch einen leicht bitteren oder holzigen Geschmack.
Was viele nicht wissen: Nicht nur die grünen Halme sind essbar, sondern auch die violettfarbenen Schnittlauchblüten selbst. Sie schmecken deutlich milder als die Halme und haben eine leicht süßliche, frische Note mit dezenter Lauch-Schärfe. Besonders beliebt sind die Blüten als essbare Dekoration auf Salaten, Butterbroten oder Frischkäse.
Vor dem Essen sollte man die Blüten allerdings kurz kontrollieren – denn Bienen, Hummeln und andere Insekten lieben blühenden Schnittlauch ebenfalls.
Wer einen Teil des Schnittlauchs blühen lässt, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch der Natur. Die Blüten gelten als beliebte Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Außerdem sorgt die Pflanze nach der Blüte oft selbst für Nachwuchs. Werden die Blüten nicht abgeschnitten, verteilen sich die Samen im Garten – und neuer Schnittlauch wächst nach.