Wer morgens schnell einen gesunden Smoothie mixt, greift fast automatisch zur Banane. Gemeinsam mit Erdbeeren, Heidelbeeren oder Himbeeren landet sie millionenfach täglich im Mixer. Doch genau diese Kombination sorgt derzeit im Netz für heftige Diskussionen. Ausgelöst hat sie Influencer James, dessen Video mittlerweile mehr als sechs Millionen Aufrufe gesammelt hat. Der Grund: Bananen sollen angeblich die gesunden Inhaltsstoffe anderer Früchte "zerstören".
Die Reaktionen unter dem viralen Video fallen jedenfalls extrem aus. Viele User zeigen sich regelrecht frustriert darüber, dass selbst der vermeintlich gesunde Smoothie plötzlich problematisch sein soll: "Ich hab’ die Scheiße satt", schreibt ein Nutzer. Andere kommentieren: "Ich bin angepisst", "Bin fertig" oder "Was zur Hölle ist dann überhaupt noch ein Erdbeer-Bananen-Smoothie?" Wieder andere nehmen die ganze Debatte bereits mit Humor. So scherzte etwa einer unter dem Clip: "Hat dir das ein Apfel erzählt?"
Im Mittelpunkt der Diskussion steht ein Enzym namens Polyphenoloxidase: Dieses kommt unter anderem in Bananen vor und sorgt dafür, dass Obst braun wird, wenn es angeschnitten wird. Genau dieses Enzym könnte laut Studien bestimmte Pflanzenstoffe, nämlich Flavanole, abbauen.
Diese gehören zu den Antioxidantien und stecken vor allem in Beeren wie Heidelbeeren oder Erdbeeren. Sie gelten als besonders gesund und werden mit positiven Effekten auf Herz, Gefäße und Gehirn in Verbindung gebracht. Wird eine Banane gemeinsam mit den Beeren gemixt, könnte ein Teil dieser Stoffe verloren gehen.
Unter dem viralen Video meldete sich auch die amerikanische Ernährungswissenschaftlerin Natalie Feriozzi zu Wort und sorgte für deutlich mehr Einordnung: Sie bestätigt, dass das Enzym tatsächlich Antioxidantien in Beeren abbauen könne, allerdings vor allem dann, wenn der Smoothie längere Zeit stehen bleibt. Wer ihn direkt nach dem Mixen trinkt, müsse sich deutlich weniger Sorgen machen.
"Du bekommst trotzdem noch Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und andere Nährstoffe", schreibt die Diätologin unter dem TikTok-Clip von James. Betroffen seien vor allem bestimmte Antioxidantien, die nach einiger Zeit langsam abgebaut werden könnten. Auch interessant: Nicht nur Bananen enthalten dieses Enzym. Laut Feriozzi gilt das unter anderem auch für Avocados oder rote Rüben.
Bananen bleiben ein gesundes Obst: Sie liefern Ballaststoffe, Kalium, Magnesium und wichtige Vitamine. Außerdem machen sie lange satt und sorgen für eine cremige Konsistenz im Smoothie. Das eigentliche Problem betrifft lediglich einen Teil bestimmter Pflanzenstoffe in Beeren – und selbst dabei geht nicht plötzlich der gesamte "Nährwert" verloren.
Wer dennoch möglichst viele Flavanole aufnehmen möchte, kann Bananen getrennt essen oder stattdessen Mango, Ananas oder Orangen verwenden.