Wasser mit Wartezeit

Kann man nach dem Urlaub sofort Leitungswasser trinken?

Auch dein Wasserhahn hatte während deines Urlaubs Pause. Bevor du ihn wieder benutzt, solltest du immer eine Sache tun.
Heute Life
18.08.2026, 15:47
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Der Koffer steht noch im Flur, die Pflanzen warten auf Wasser und nach der langen Heimreise führt der erste Weg direkt zum Wasserhahn. Doch bevor du dir ein Glas einschenkst oder unter die Dusche springst, solltest du nach einem längeren Urlaub eine Kleinigkeit beachten.

Denn während du weg warst, hatte auch das Wasser in deinen Leitungen Pause. Steht es über mehrere Tage in den Rohren, können sich die Bedingungen verändern, besonders bei sommerlichen Temperaturen. Gefährlich ist das beim Trinken in der Regel nicht. Trotzdem lohnt es sich, den Hahn zunächst laufen zu lassen.

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Darum solltest du nach dem Urlaub kurz warten

Nach längerer Abwesenheit empfehlen Behörden, Wasserleitungen gründlich durchzuspülen. Im Kanton Zürich gilt das etwa nach einer Nutzungspause von mehr als 72 Stunden. Hintergrund ist sogenanntes Stagnationswasser, das längere Zeit unbewegt in den Leitungen gestanden hat.

Auch Ablagerungen können dabei eine Rolle spielen. Sarah Camenisch vom Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen nennt gegenüber "20 Minuten" eine einfache Faustregel: Das Wasser sollte so lange laufen, bis seine Temperatur konstant bleibt. Dadurch werden mögliche Ablagerungen wie Rost aus der Leitung gespült. Das erste Wasser muss dabei keineswegs im Abfluss verschwinden. Du kannst es beispielsweise auffangen und zum Blumengießen oder Putzen verwenden.

Kannst du das Wasser trotzdem trinken?

Wer beim Stichwort stehendes Wasser sofort an Legionellen denkt, kann zumindest beim Trinken weitgehend beruhigt sein. Laut Schweizer Bundesamt für Gesundheit stellt das Trinken von Wasser, das mit Legionellen belastet ist, grundsätzlich keine Gefahr dar. Die Bakterien werden durch die Magensäure abgetötet.

Problematisch werden Legionellen vor allem dann, wenn sie über feinste Wassertröpfchen eingeatmet werden und dadurch in die Lunge gelangen. Genau deshalb verdient nach dem Urlaub ein anderer Ort in der Wohnung besondere Aufmerksamkeit: die Dusche.

Vor dem Duschen solltest du die Leitung spülen

Legionellen finden vor allem in stehendem Wasser und bei Temperaturen zwischen ungefähr 25 und 45 Grad günstige Bedingungen. Beim Duschen entsteht zudem feiner Wassernebel, der eingeatmet werden kann.

War die Dusche mehrere Tage nicht in Betrieb, solltest du sie deshalb zunächst durchspülen. Auch die Behörden in Zürich und Basel-Stadt empfehlen, Leitungen nach einer längeren Abwesenheit gründlich zu spülen. Beim ersten Durchlauf ist es sinnvoll, den Wassernebel möglichst nicht direkt einzuatmen und Abstand zur Dusche zu halten. Danach kann frisches Wasser aus dem Leitungsnetz nachströmen.

Die Vorsichtsmaßnahme ist besonders deshalb wichtig, weil Legionellen schwere Lungenentzündungen auslösen können. Eine Ansteckung erfolgt jedoch typischerweise nicht dadurch, dass jemand ein Glas Wasser trinkt, sondern durch das Einatmen bakterienhaltiger Aerosole.

Nur in seltenen Fällen kann belastetes Wasser zum Problem werden, wenn es beim Verschlucken versehentlich in die Atemwege gelangt.

Einfache Regel für die Heimkehr

Panik vor dem Wasserhahn ist nach dem Urlaub also nicht angebracht. Nach mehreren Tagen Abwesenheit solltest du dem Wasser aber einen kurzen Vorsprung gönnen. Hähne und insbesondere die Dusche zunächst laufen lassen, bis frisches Wasser nachgeflossen ist – dann steht dem Glas Leitungswasser und der ersehnten Dusche nach der Reise nichts mehr im Weg.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.08.2026, 15:47