Stiftungsrat tagt am Dienstag

Millionen-Showdown – 13 neue Topjobs im ORF

Im ORF werden heute die Weichen für die nächsten fünf Jahre gestellt. Der Stiftungsrat wählt die 13 Direktoren. Die FPÖ spricht von einer Farce.
Heute Politik
11.08.2026, 09:56
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Es sind vier Zentraldirektoren und neun Landesdirektoren, die der designierte ORF-Chef Clemens Pig dem Stiftungsrat heute zur Wahl vorschlägt. Am Küniglberg mit ihm die Geschicke führen sollen künftig Michael Krön (Direktor für Programm und Brands), Angelika Simma-Wallinger (Direktorin Audience und Plattformen), Silvia Lieb (Direktorin für Finanzen und Verwaltung) sowie Harald Kräuter (Direktor für Technologie und Innovation) führen.

Nur ein Zentraldirektor darf bleiben

Nur Harald Kräuter hatte bereits bisher diesen Job inne. Pigs Auswahl hatte ihm nicht nur Lob gebracht. Kritiker sehen darin eine "Machtübernahme der ÖVP" bei der größten Medien-Orgel des Landes. Zudem wird die starke Orientierung auf Westösterreich kritisch gesehen.

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Generaldirektor musste gehen

Die Wahl erfolgt in einer turbulenten Zeit für den ORF. Begonnen hatte alles mit dem Rauswurf des bisherigen Generaldirektors Roland Weißmann. Ihm waren Verstöße gegen die Compliance-Richtlinien des Unternehmens vorgeworfen worden. Interims-Nachfolgerin Ingrid Thurnher setzte ihn daraufhin vor die Türe. Weißmann klagte, will vier Millionen Euro.

Am Dienstag Wiedersehen vor Gericht

Kurios: Nur drei Stunden nach Beginn der Stiftungsrats-Sitzung treffen sich Weißmann und sein früherer Dienstgeber am Dienstag um 13 Uhr vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wien wieder.

Compliance-Vorschriften werden weiteren Top-Managern zum Verhängnis

Es folgten weitere Beurlaubungen, unter anderem traf es den umstrittenen und bestbezahlten (468.856,32 Euro Jahresgehalt) ORF-Manager Pius Strobl (468.856,32 Euro Jahresgehalt). Auch er stolperte über Compliance-Verfehlungen. Unter anderem soll er im Krankenstand für andere Unternehmen gearbeitet haben.

Zuletzt erwischte es auch noch ORF-III-Chef Peter Schöber. Auch bei ihm der Grund – erraten: Compliance-Vorwürfe.

FPÖ geht auf ORF und neuen Chef los

Heute will Pig also einen Neuanfang starten. Ihm bläst aber scharfer Gegenwind entgegen – von der FPÖ. Die war am Montag mit Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker und dem von ihr entsandten Stiftungsrat Peter Westenthaler zu einer Frontalattacke gegen den ORF ausgerückt.

Peter Westenthaler sprach dabei im Vorfeld der Direktoren-Wahl von einer "Bestellungs-Farce". Der Stiftungsrat verfüge nicht über genügend Infos über den Bestellungs-Vorgang. Daher wird er sogar den Antrag einbringen, die Wahl zu verschieben. Mit dem aktuellen Wissensstand des Gremiums hält er sie für durchführbar.

ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler sprach ihm Vorfeld der heutigen Direktoren-Wahl von einer "Bestellungsfarce".
Helmut Graf

Klage gegen Pigs Bestellung

Zu allem Überdruss hat die FPÖ auch noch bei der Komm Austria eine sogenannte "Popularbeschwerde" gegen die Bestellung von Pig zum neuen Generaldirektor eingebracht, also gleichsam eine Klage. Die Freiheitlichen halten den früheren Chef der Austria Presse Agentur (APA) wegen fehlender Erfahrung im Fernseh-Bereich für nicht qualifiziert für das höchste Amt am Küniglberg. Der Ausgang dieser Klage ist ungewiss.

Sechsstellige Gagen für Direktoren üblich

Fix ist dagegen: Bei der Bestellung der 13 Direktoren geht es um richtig viel Geld. Zur Einordnung: Laut Transparenzbericht des ORF haben die vier bisherigen Zentraldirektoren im vergangenen Jahr zwischen 279.972 und 270.270 Euro verdient. Die Jahresgehälter der neun Landesdirektoren lagen zwischen 265.561,69 Euro (Waltraud Langer, Salzburg) und 205.174,39 Euro (Edgar Weinzettl, Wien).

FPÖ will Halbierung der Gehälter

Grund genug für Peter Westenthaler, am Montag eine Halbierung der Direktoren-Gehälter zu fordern. Ob er sich mit diesem Wunsch durchsetzt, bleibt abzuwarten. Ebenso offen ist, wie reibungslos die Wahl am Dienstag über die Bühne geht. Pig will sich jedenfalls danach mit seinem Direktorium den Medien stellen.

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