Gesundheitsreform startet

Schneller zum Arzttermin: So soll das künftig gelingen

500-Millionen-Spritze für die medizinische Versorgung: 2026 startet neuer Gesundheitsreformfonds gegen Ärztemangel & Co. Welche Maßnahmen kommen.
Angela Sellner
20.11.2025, 15:33
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Das Gesundheitssystem ist eine der aktuell größten Baustellen – laut einer "Heute"-Umfrage ist es gleichauf mit der Teuerung das für die Bevölkerung drängendste Thema. Lange Wartezeiten auf Arzttermine, fehlende Kassenmediziner bis hin zu tragischen Todesfällen wegen mangelnder Kapazitäten in Spitälern: Es brennt an vielen Stellen.

Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über eine umfassende Gesundheitsreform laufen. Und die Bundesregierung hat jetzt im Ministerrat einen sogenannten "Gesundheitsreformfonds" in der Höhe von jährlich 500 Millionen Euro beschlossen.

Damit sollen unter anderem Lücken in der Versorgung geschlossen, Wartezeiten verkürzt und moderne Strukturen aufgebaut werden. Auch die Digitalisierung soll vorangetrieben werden.

Gesundheitsministerin Krinna Schumann (SPÖ) und VP-Klubobmann August Wöginger bei der Präsentation des Gesundheitsreformfonds.
APA-Images

Geld aus KV-Erhöhung für Pensionisten

Der Fonds wurde am Donnerstag im Detail präsentiert. Starten wird er am 1. Jänner 2026. Für einen Zeitraum von fünf Jahren stehen jährlich rund 500 Millionen Euro zur Verfügung – insgesamt sind das also etwa 2,5 Milliarden Euro. Das Geld kommt teils aus den erhöhten Krankenversicherungsbeiträgen der Pensionisten – diese wurden ja im Zuge der Budgetsanierungsmaßnahmen per 1. Juni 2025 von 5,1 auf sechs Prozent der Bruttopension erhöht.

„Der Fonds soll dafür sorgen, dass Patientenwege optimiert werden – nach dem Ziel: digital vor ambulant vor stationär.“
August WögingerÖVP-Klubobmann

Die Zielvorgaben des Fonds werden jährlich vom Gesundheitsministerium festgelegt, basierend auf Empfehlungen eines dafür eingerichteten Beirats. Umgesetzt werden die Maßnahmen von den Sozialversicherungen.

"Der Fonds soll dafür sorgen, dass Patientenwege optimiert werden – nach dem Ziel: digital vor ambulant vor stationär. Dazu soll die niedergelassene Versorgung weiter ausgebaut werden, insbesondere durch Primärversorgungseinheiten", erklärt VP-Klubobmann August Wöginger.

Primärversorgung – mehr Teams, längere Öffnungszeiten

Es gibt zwei übergeordnete Schwerpunkte: Erstens werden die Primärversorgungseinheiten (PVE) weiter ausgebaut, zweitens soll Prävention gestärkt werden.

Primärversorgungszentren bieten wohnortnahe Betreuung, längere Öffnungszeiten, bessere Versorgung am Wochenende und multiprofessionelle Teams unter einem Dach. Da EU-Förderungen auslaufen, springt nun der neue Fonds ein und soll den weiteren Ausbau dieser Zentren garantieren.

Prävention

Österreich hinkt in Sachen Prävention hinterher. Das soll sich ändern: Vom Kindesalter bis ins hohe Alter sollen Menschen unterstützt werden, länger gesund zu bleiben – und Erkrankungen frühzeitig zu verhindern oder zu erkennen.

„Wir wollen, dass Kinder gesund aufwachsen, Menschen im Erwerbsalter ihre Gesundheit erhalten und ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können.“
Korinna SchumannGesundheitsministerium (SPÖ)

"Wir investieren gezielt dort, wo es den größten Nutzen für die Menschen bringt", sagt Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ): "Der Gesundheitsreformfonds schafft Sicherheit, verbessert die Versorgung und ermöglicht neue, moderne Strukturen. Wir wollen, dass Kinder gesund aufwachsen, Menschen im Erwerbsalter ihre Gesundheit erhalten und ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können."

Erster großer Baustein

Neben den Primärversorgungszentren und der Prävention sollen auch psychische Gesundheit, Teammedizin und digitale Angebote gestärkt werden.

Der Einsatz der Gelder werde genau kontrolliert, betont Wöginger: "Damit die Mittel dort eingesetzt werden, wo sie hingehören: bei den Patientinnen und Patienten."

Der Fonds gilt als erster großer Baustein für eine umfassende Gesundheitsreform, die Wartezeiten verkürzen und Abläufe im System vereinfachen soll.

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 20.11.2025, 16:23, 20.11.2025, 15:33
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