Tierisches Wissen

Süßes Gesicht, verrückte Anatomie: das Koala-Geheimnis

Zwei Spitzen, zwei Vaginalkanäle und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte: Die Natur hat bei den niedlichen Koalas tief in die Trickkiste gegriffen.
07.11.2026, 08:11
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Sie sehen aus wie flauschige Teddybären, verschlafen den Großteil ihres Lebens und ernähren sich fast ausschließlich von Eukalyptus. Doch unter dem kuscheligen Fell der Koalas verbirgt sich ein anatomisches Geheimnis, das selbst hart gesottene Tierfreunde zum Staunen bringt: Männliche Koalas haben einen gegabelten Penis! Und nein, das ist weder ein Scherz noch ein besonders kurioser Unfall der Evolution.

Zwei Spitzen für ein Liebesleben

Genau genommen besitzen Koala-Männchen nicht zwei eigenständige Penisse, sondern ein Geschlechtsorgan, dessen Spitze in zwei Enden geteilt ist. Was für uns Menschen reichlich ungewöhnlich klingt, ist bei vielen Beuteltieren völlig normal. Auch Kängurus und andere Beuteltiere verfügen über ähnliche anatomische Besonderheiten.

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Der Grund dafür liegt bei den Weibchen. Denn die sind mindestens genauso außergewöhnlich ausgestattet: Sie besitzen zwei seitliche Vaginalkanäle und zwei getrennte Gebärmütter. Der gegabelte Penis passt zu diesem besonderen Fortpflanzungssystem. Bei Koalas ist also sogar die Anatomie auf Doppelbetrieb eingestellt.

Drei Wege, aber nur einer führt hinaus

Damit nicht genug: Weibliche Koalas verfügen zusätzlich über einen mittleren Geburtskanal. Während die seitlichen Kanäle bei der Paarung eine Rolle spielen, gelangt das winzige Jungtier bei der Geburt über den mittleren Weg nach draußen.

Das Koala-Baby ist bei seiner Geburt gerade einmal rund zwei Zentimeter groß, blind, haarlos und völlig hilflos. Anschließend krabbelt es selbstständig in den schützenden Beutel seiner Mutter, wo es sich an einer Zitze festsaugt und weiterentwickelt.

Besonders erstaunlich: Anders als beim Menschen ist dieser mittlere Geburtskanal bei Koalas nicht dauerhaft offen. Er bildet sich rund um die Geburt und verschließt sich anschließend wieder. Das bestätigt auch eine anatomische Untersuchung, die 2023 in der Fachzeitschrift Biology veröffentlicht wurde.

Blümchensex? Denkste …

Wer jetzt allerdings glaubt, dass es bei den niedlichen Beuteltieren besonders romantisch zugeht, irrt. Koala-Männchen können während der Paarungszeit ziemlich ruppig werden. Ihr Penis besitzt außerdem kleine verhornte Stacheln. Forschende vermuten, dass diese bei der Paarung zu Verletzungen im weiblichen Genitaltrakt beitragen können.

Die Natur hat den Koalas also nicht nur ein außergewöhnliches Liebesleben beschert, sondern auch eine Fortpflanzungsanatomie, die Wissenschaftler bis heute beschäftigt.

red, 07.11.2026, 08:11