Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und das Institut für Höhere Studien (IHS) senkten am Freitag ihre Konjunkturprognosen für 2026 deutlich. Dies ist relevant, weil das Finanzministerium die Zahlen als Basis für die Erstellung des Doppelbudgets 2027/28 verwendet.
So erwartet das WIFO für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent und für 2027 von 1,3 Prozent. Das IHS rechnet heuer hingegen mit einem Plus von 0,5 Prozent und 0,8 Prozent 2027. Zur Erinnerung: Das für heuer ausgerufene Ziel von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) lautet: 1 Prozent Wachstum.
Auch beim Budgetdefizit werden keine großen Änderungen erwartet: Das IHS prognostiziert 2026 ein unverändertes Defizit von 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), laut WIFO wird es auf 4,1 Prozent sinken. 2027 soll das Defizit dann 4,1 bzw. 4,0 Prozent betragen. Die Regierung will 2028 bei 3,0 Prozent landen.
Trotz der gedämpften Prognosen will Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) an seinem Kurs festhalten. "Wir versuchen, den klaren Sanierungskurs beizubehalten und unsere Ziele zu erreichen", sagte er gegenüber Ö1. Wenn Anpassungen später nötig seien, "so ist das ja grundsätzlich möglich", sagte er und räumte ein, dass die Steuereinnahmen schwer vorherzusehen seien.
Das Einsparungsvolumen beim vorigen Doppelbudget sei "viermal so groß" gewesen, erklärte der SP-Minister. Sein Resümee: "Diese Bundesregierung wird das schaffen."
Die Experten von WIFO und IHS sehen die Lage durchaus pessimistischer: WIFO-Boss Gabriel Felbermayr bezeichnete das Einsparungsvolumen als "nicht übertrieben ambitioniert". Er forderte, dass die Konsolidierungsmaßnahmen jedenfalls fortgesetzt werden müssten,
Noch deutlicher wurde IHS-Chef Holger Bonin. Das Ziel, die Inflation bis Jahresende auf zwei Prozent zu drücken, werde sich "ganz sicher" nicht ausgehen. "Wir werden am Ende des Jahres fast bei drei Prozent stehen", sagte er in der "ZIB2". Laut Bonin müsste das Sparpaket des Finanzministers noch größer sein,