Du gehst durch den Garten und entdeckst zwischen Blumen, Gemüse und Sträuchern plötzlich ein Stück Seife. Hat das jemand verloren? Wohl kaum. Denn was eigentlich neben das Waschbecken gehört, wird von manchen Hobbygärtnern ganz bewusst nach draußen verfrachtet. Dahinter steckt ein alter Trick, der hungrige Besucher von den Pflanzen fernhalten soll.
Die Idee hinter dem ungewöhnlichen Hausmittel beruht auf dem intensiven Duft. Rehe besitzen einen ausgeprägten Geruchssinn und orientieren sich damit auch bei der Nahrungssuche. Stark parfümierte Seife soll in der Umgebung einen fremden Geruch verbreiten und die Tiere dadurch verunsichern beziehungsweise abschrecken.
Das kann besonders interessant sein, wenn junge Triebe, Blumen oder das Gemüsebeet regelmäßig angeknabbert werden. Eine Garantie, dass die Pflanzen anschließend unangetastet bleiben, gibt es allerdings nicht. Tiere können sich an Gerüche gewöhnen – und wie gut der Trick funktioniert, hängt unter anderem von Umgebung und Wilddruck ab.
Oft wird empfohlen, stark riechende Seife in kleinere Stücke zu teilen und rund um gefährdete Pflanzen zu verteilen. Einfach in die Erde stecken sollte man sie jedoch besser nicht: Duftstoffe und andere Inhaltsstoffe können durch Regen ausgewaschen werden und in den Boden gelangen. Wer den Trick ausprobieren möchte, kann die Seife stattdessen in ein kleines Netz oder einen Stoffbeutel geben und in der Nähe der Pflanzen aufhängen – beispielsweise an einem Pfosten oder Ast. So verbreitet sich der Geruch, ohne dass das Stück direkt auf der Erde liegt.
Nach Regen oder wenn der Duft deutlich schwächer geworden ist, kann es außerdem nötig sein, die Geruchsquelle zu erneuern.
So kurios der Trick klingt: Ein Stück Seife verwandelt den Garten nicht in eine uneinnehmbare Festung. Bei regelmäßigem oder starkem Wildbesuch sind geeignete mechanische Barrieren und andere etablierte Schutzmaßnahmen deutlich verlässlicher. Auch gegen Schnecken, Insekten und sämtliche anderen Gartenbesucher sollte man sich von der Seife keinen Rundumschutz erwarten. Das Hausmittel zielt vor allem darauf ab, bestimmte Tiere über einen ungewohnten Geruch fernzuhalten.
Wer Haustiere hat, sollte die Seife zudem so platzieren, dass sie nicht erreichbar ist. Hunde könnten von einem intensiv riechenden Stück durchaus neugierig werden und daran schlecken oder knabbern. Seife ist jedoch nicht zum Verzehr bestimmt und kann bei Aufnahme Beschwerden verursachen.