Kaum ist der Garten vom Laub befreit, segeln schon die nächsten Blätter vom Baum. Also wieder Rechen holen, zusammenkehren – und den ganzen Haufen ab in die Biotonne? Kann man machen, besonders sinnvoll ist es allerdings nicht.
Grundsätzlich darf geeignetes Laub in Österreich vielerorts über die Biotonne entsorgt werden. Welche Mengen angenommen werden und welche zusätzlichen Sammelmöglichkeiten es gibt, regeln allerdings die jeweiligen Gemeinden und Abfallverbände.
Das größere Problem bei einem Garten voller Blätter ist ohnehin praktischer Natur: Laub nimmt enorm viel Platz ein. Ist es zusätzlich nass, wird es schwer und kann sich in der Tonne stark verdichten. Bei Frost kann feuchtes Material außerdem festfrieren – dann lässt sich die Tonne möglicherweise nicht vollständig entleeren.
Unter Sträuchern, Hecken oder auf abgeernteten Beeten darf Herbstlaub vielerorts einfach liegen bleiben. Eine lockere Schicht bedeckt den Boden, schützt ihn vor Witterung und wird nach und nach von Bodenorganismen zersetzt. Dabei entsteht organisches Material, das wieder in den natürlichen Kreislauf gelangt.
Auch auf dem Kompost kann Laub wertvoll sein. Große Mengen sollten allerdings nicht als kompakter, nasser Haufen darauf landen. Besser ist es, die Blätter mit anderem Gartenmaterial zu mischen oder vorher zu zerkleinern. Ein praktischer Trick: Trockenes Laub mit dem Rasenmäher zerkleinern. Kleine Blattstücke lassen sich leichter kompostieren oder als Mulch unter Gehölzen verteilen.
Wer seinen Garten im Herbst blitzblank räumt, beseitigt damit möglicherweise auch wichtige Verstecke. Ein Laubhaufen in einer ruhigen, geschützten Ecke bietet verschiedenen Kleintieren und Insekten Unterschlupf.
Auch Igel nutzen Laub für ihre Winternester: Wer ihnen helfen möchte, kann deshalb an einer windgeschützten Stelle einen lockeren Haufen aus Laub und Reisig liegen lassen. Ist er einmal bewohnt, sollte er über den Winter möglichst nicht mehr umgesetzt werden.
Ganz liegen lassen solltest du die Blätter allerdings nicht überall. Auf dem Rasen kann eine dicke, nasse Laubdecke Licht und Luft abschirmen und damit die Grasnarbe belasten. Hier heißt es regelmäßig zusammenrechen oder mit dem Mäher zerkleinern. Auch auf Gehwegen ist Aufräumen angesagt: Nasses Laub kann rutschig werden und damit zur Gefahr werden.
Bei einem großen alten Baum können selbst Kompost, Beete und Laubhaufen irgendwann voll sein. Dann lohnt sich ein Blick auf die Angebote der eigenen Gemeinde oder des örtlichen Mistplatzes beziehungsweise Altstoffsammelzentrums.