"Ich bin in Schockstarre"

Wiener schaut Pornos in Westbahn und bekommt Hausverbot

Ein obdachloser Mann darf sechs Monate nicht mehr mit der Westbahn fahren. Er soll Fahrgäste und Mitarbeiter belästigt und Sex-Filme angesehen haben.
André Wilding
21.08.2026, 07:38
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Für einen besonders häufigen Westbahn-Fahrgast ist vorerst Endstation! Das Bahnunternehmen hat gegen einen obdachlosen Mann nämlich ein sechsmonatiges Hausverbot ausgesprochen. Neben wiederholten Belästigungen wird ihm laut "Kronen Zeitung" auch vorgeworfen, während der Fahrt pornografische Inhalte konsumiert zu haben.

In einem Schreiben begründet die Westbahn ihre Entscheidung damit, dass sich der Mann "wiederholt störend" verhalten und "grob" gegen die Beförderungsbedingungen verstoßen habe. Dadurch seien Fahrgäste und Mitarbeiter "wiederholt belästigt" worden.

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Pornos während Zugfahrt geschaut

Unter den beanstandeten Vorfällen befindet sich laut Westbahn "auch der Konsum pornografischer Inhalte während der Zugfahrt". Eine eigene Vorwarnung sei nach Ansicht des Unternehmens nicht erforderlich gewesen. Für sämtliche Fahrgäste würden dieselben Beförderungsbedingungen gelten, heißt es in dem Bericht der Tageszeitung.

Der Betroffene kann die Entscheidung nicht nachvollziehen und verweist darauf, dass andere Passagiere die Inhalte auf seinem Computer nicht hätten sehen können.

"Sieht doch kein Mensch auf meinen Laptop", erklärte er gegenüber der "Krone". Nach eigener Darstellung sei er dabei diskret gewesen.

Mann bittet um kürzere Sperre

Aufgrund seiner Wohnungslosigkeit war der Mann nach eigenen Angaben besonders häufig mit der Westbahn unterwegs. Das Hausverbot erreichte ihn einen Tag nach der Beerdigung seiner Mutter.

"Ich bin in Grund und Boden tief erschüttert. Ich bin in Schockstarre", schildert der Wiener in der "Kronen Zeitung".

Er bat das Unternehmen deshalb um eine mildere Lösung. Sein Vorschlag: Das Hausverbot sollte auf einen Monat reduziert und die restliche Zeit nur bedingt ausgesprochen werden.

Westbahn bleibt bei sechs Monaten

Darauf ließ sich die Westbahn allerdings nicht ein. Das Hausverbot bleibe "für die Dauer von sechs Monaten aufrecht", teilte das Unternehmen gegenüber der Tageszeitung mit. Eine vorzeitige Aufhebung sei "nicht vorgesehen".

Nach Ablauf der sechs Monate darf der Mann wieder mit der Westbahn fahren - sofern er sich künftig an die Beförderungsbedingungen hält.

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