"Es ist unglaublich"

Ärztin (37) bekommt vom AMS kurioses Job-Angebot

Eine Ärztin aus der Ukraine will in Österreich arbeiten. Doch das Verfahren ist mühsam - vom AMS bekam sie einen Job in einer Speck-Firma angeboten.
André Wilding
04.09.2026, 09:00
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Jahrelang arbeitete Olena B. aus der Ukraine als Ärztin, nun muss die 37-Jährige in Österreich beruflich praktisch wieder von vorne beginnen. Obwohl ihr Medizinstudium bereits anerkannt wurde, darf die Ukrainerin laut "Kronen Zeitung" hier noch nicht als Fachärztin arbeiten.

In ihrer Heimat hatte Olena B. Medizin studiert und anschließend als Fachärztin gearbeitet. Wegen des Krieges verließ sie die Ukraine. Nach einem Zwischenstopp in der Slowakei, wo sie eine Zulassung erhielt, versucht sie nun, in Österreich beruflich Fuß zu fassen.

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"Es ist so unglaublich kompliziert, weil jedes EU-Land andere Regeln hat", schildert die 37-Jährige in fließendem Deutsch gegenüber der "Krone".

Dokumente fehlen

Für die Zulassung müssen unter anderem Ausbildungsinhalte nachgewiesen werden. Genau das stellt Olena B. vor ein Problem: Ihre Heimat, die Krim, wird inzwischen von Russland kontrolliert. An einen Teil der benötigten Dokumente kommt sie deshalb nicht mehr heran.

Das Anerkennungsverfahren für ihr Studium hat die Medizinerin laut "Krone" mittlerweile erfolgreich durchlaufen. Als Fachärztin darf sie deshalb aber noch nicht arbeiten. Sie wird auf das Niveau einer Turnusärztin eingestuft und benötigt einen entsprechenden Ausbildungsplatz.

Absagen nach zahlreichen Bewerbungen

Olena B. hat bereits zahlreiche Bewerbungen an Kliniken geschickt. Weil Ausbildungsplätze rar sind, kassiert sie jedoch immer wieder Absagen. "Ich habe Erfahrung und werde jetzt wie ein Neuling behandelt", zeigt sich die Ärztin in der "Krone" frustriert.

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Besonders ungewöhnlich waren manche Stellenangebote, die sie vom Arbeitsmarktservice erhielt. Darunter befand sich sogar ein Job bei einer Firma, die Speck und Balkan-Produkte herstellt.

Ärztekammer verweist auf Patientenschutz

Salzburgs Ärztekammerpräsident Matthias Vavrovsky kann den Frust nachvollziehen, verweist jedoch auf die gesetzlichen Vorgaben. "Wir wollen die Patienten auch schützen und jeden Fall genau prüfen", heißt es in der Tageszeitung.

Der Anteil ausländischer Mediziner bei den Neuzulassungen ist bereits hoch. Laut Vavrovsky kommen mittlerweile 26 Prozent der neu zugelassenen Ärzte nicht aus Österreich.

Für Olena B. geht die Suche nach einem Ausbildungsplatz damit weiter - trotz ihrer bereits gesammelten Berufserfahrung als Fachärztin.

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