Zwei Tage ist das schreckliche Attentat in einer Grazer Schule bereits her – der Schock und der Schmerz sitzt nach wie vor tief. Der Täter (21), ein ehemaliger Schüler, hat gegen 10.00 Uhr am Dienstag mit einer Glock-Pistole und einer Schrotflinte das Feuer eröffnet.
Neun Menschen starben noch am Tatort – 8 Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren. 12 weitere Personen wurden teils schwer verletzt, eine Lehrerin verstarb noch am selben Tag im Krankenhaus. Mittlerweile befindet sich keiner mehr in Lebensgefahr, die Patienten sind stabil.
Am UKH-Graz (Unfallkrankenhaus) werden vier Verletzte behandelt. "Die Patientinnen und Patienten sind derzeit in einer stabilen Situation, werden derzeit noch auf der Intensivstation betreut, auch wegen der psychischen Komponente dieses Erlebnis", so der ärztliche Leiter des UKHs, Christian Kammerlander im Ö1-Morgenjournal.
"Natürlich ist uns das nicht fremd. Wir sind immer mit solchen Situationen, mit menschlichem Leid konfrontiert, aber natürlich mit dieser speziellen Situation zum Glück sehr selten", erklärte er weiter. Deshalb gebe es umfassende psychologische Hilfe für das Personal im Krankenhaus.
"Es ist wichtig, dass das Personal entsprechende Hilfe bekommt, nicht nur, weil man im Krankenhaus diese Situation miterleben musste. Sie müssen sich vorstellen in der Situation, während den erste Stunden des Einsatzes, war nicht klar, ob verwandte Personen betroffen sind und das belastet intensiv", führte der Primar aus.
Die erste Meldung sei zudem bei Oberarzt Martin Kuttnigg eingegangen. Dieser habe dann den Katastrophenalarm ausgelöst. Danach wurde umgehend mehr Personal rekrutiert und rund 30 Mitarbeiter aus dem Urlaub in das Krankenhaus geholt, erklärt Kammerlander. Die Einsatzbereitschaft sei groß gewesen.
Im Krankenhaus gab es dann eine Versammlung im Schockraum, wo unter anderem spezielle Teams gebildet wurden. Darüber hinaus wurden Operationssäle blockiert und für Akutoperationen Platz geschaffen, führt der Oberarzt weiter aus.
"Das Meldebild initial war bei uns: 'Schießerei in der Schule, 7 Tote und eine unbekannte Anzahl an Schwerverletzten'. In dem speziellen Fall wurde von der Rettungszentrale ein ManV (Massenanfall von Verletzten) 100 ausgelöst, also bis zu 100 schwerverletzten Personen", erzählt Kammerlander.
Einen Mangel an Personal hätte man aber nicht gehabt, auch wenn es mehr Verletzte gegeben hätte.
"Es ist so, da gibt es einen sogenannten Katastrophenalarm. Da sind alle Mitarbeiter mit Telefonnummern hinterlegt. Im Falle einer Katastrophensituation werden alle angerufen und gebeten, sich unverzüglich in das Krankenhaus zu begeben. Wir haben keine Rufbereitschaft, sind also angewiesen auf die ganz persönliche Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter", erklärt Primar Kammerlander.