Ergebnisse überraschen

Allergie-Verdacht beim Kind? Studie macht nun Hoffnung

Nicht jeder positive Allergietest bei Kleinkindern führt zu einer Allergie – viele Sensibilisierungen verschwinden mit dem Älterwerden.
15.10.2026, 12:17
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Ein Stück Kuchen, ein Glas Milch oder ein Brot mit Nusscreme: Was für die meisten Kinder ganz selbstverständlich zum Alltag gehört, kann bei manchen eine allergische Reaktion auslösen. Fällt dann auch noch ein Allergietest positiv aus, ist die Sorge bei den Eltern oft groß. Doch ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch, dass das Kind tatsächlich allergisch ist oder bestimmte Lebensmittel dauerhaft meiden muss.

Eine Studie, an der auch österreichische Forscher mitbeteiligt waren, zeigt nun, wie stark sich solche Testergebnisse in den ersten Lebensjahren verändern können.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Positiv getestet heißt nicht gleich allergisch

Forschende der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems haben gemeinsam mit kanadischen Universitäten untersucht, wie sich frühe Reaktionen des Immunsystems auf Lebensmittel entwickeln. Dabei geht es um sogenannte Sensibilisierungen: Das bedeutet, dass das Immunsystem Antikörper gegen bestimmte Nahrungsmittel gebildet hat. Ob beim Essen tatsächlich Beschwerden auftreten, lässt sich daraus allein aber noch nicht ableiten.

Die überraschende Erkenntnis: Manche dieser Sensibilisierungen verschwinden im Laufe der Kindheit wieder. Ein zunächst positiver Test kann später also durchaus negativ ausfallen.

Bei diesen Lebensmitteln gibt es Unterschiede

Allerdings entwickeln sich nicht alle Nahrungsmittelallergien gleich. Besonders bei Milch und Hühnerei kommt es vergleichsweise häufig vor, dass Kinder eine bestehende Allergie mit zunehmendem Alter wieder verlieren. Anders sieht es bei Nuss-Allergien aus – diese bleiben häufiger bestehen: "Erdnuss, Cashew, Haselnuss oder Sesam gehören zu den wichtigsten Nahrungsmittelallergien", erklärt Studieninitiator Thomas Eiwegger von der Karl Landsteiner Privatuniversität gegenüber dem "ORF".

Warum frühes Handeln so wichtig ist

Die Ergebnisse könnten dabei helfen, Kinder mit einem erhöhten Risiko früher zu erkennen und gezielter zu behandeln. Bei einer bestätigten Nahrungsmittelallergie kommt unter bestimmten Voraussetzungen eine sogenannte orale Immuntherapie infrage. Dabei erhalten Betroffene unter ärztlicher Aufsicht zunächst winzige, später steigende Mengen des Allergens. Ziel ist es, die Reaktionsschwelle des Körpers zu erhöhen.

Laut Eiwegger bestehen gerade bei Kindern unter drei Jahren gute Behandlungschancen. Er spricht von einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 75 bis 80 Prozent. Solche Angaben hängen allerdings von der jeweiligen Allergie, dem Therapieziel und der untersuchten Patientengruppe ab. Eine vollständige Heilung ist damit nicht garantiert.

Wichtig: Eltern sollten verdächtige Lebensmittel weder eigenständig wieder einführen noch eine Gewöhnung zu Hause versuchen. Ob eine Allergie vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist, muss allergologisch abgeklärt werden.

Für die internationale Untersuchung analysierte das Forschungsteam Blutproben von rund 500 Mutter-Kind-Paaren in Kanada. Die Proben der Mütter stammten aus der Schwangerschaft, jene der Kinder aus den ersten fünf Lebensjahren. Durch die wiederholten Untersuchungen konnten die Forschenden nachvollziehen, welche Sensibilisierungen verschwanden und welche bestehen blieben.

red, Akt. 15.10.2026, 12:23, 15.10.2026, 12:17
Mehr zum Thema