Aufstrich im Check

Gesund oder Dickmacher? So gesund ist Nussmus wirklich

Ein Löffel aufs Brot, einer ins Porridge – Nussmus fühlt sich nach einer ziemlich gesunden Wahl an. Doch ein Blick aufs Etikett könnte überraschen.
Heute Life
23.09.2026, 14:58
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Ein Löffel ins Porridge, einer aufs Brot – und wenn das Glas schon offen ist, landet vielleicht noch einer direkt im Mund. Nussmus hat schließlich einen ziemlich gesunden Ruf. Doch spätestens beim Blick auf die Nährwerttabelle kommt die Überraschung: 600 Kalorien und mehr pro 100 Gramm sind keine Seltenheit. Wie gesund ist der cremige Aufstrich also wirklich?

Viel Eiweiß – aber noch mehr Fett

Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich dabei stärker, als man vielleicht vermuten würde. Ernährungswissenschaftlerin Ursula Pabst, die ein Ernährungsinstitut in Wien betreibt, hat gegenüber dem "Kurier" erklärt, worauf es bei der Wahl ankommt.

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Besonders beliebt ist Erdnussmus: Mit rund 30 Prozent Protein ist es unter den gängigen Sorten ein echter Eiweiß-Spitzenreiter. Trotzdem warnt Pabst vor einem Missverständnis: "Nussmus zählt trotzdem als Fett- und nicht als Proteinquelle." Mandel-, Cashew- oder Pistazienmus kommen meist auf etwa 20 bis 25 Prozent Eiweiß und sogar auf ungefähr 650 bis 680 Kilokalorien.

Warum viele Kalorien nicht automatisch schlecht sind

Kalorienreich bedeutet allerdings nicht automatisch ungesund. Reines Nussmus liefert neben pflanzlichem Eiweiß vor allem ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Dabei hat jede Sorte ihre Stärken: Mandelmus liefert unter anderem Vitamin E, Walnüsse punkten mit Omega-3-Fettsäuren und Pistazien enthalten verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Eine Sonderrolle spielt Tahin. Das Mus wird aus Sesam hergestellt und kann reichlich Kalzium liefern. "Sesam gehört zu den besten pflanzlichen Kalziumquellen", erklärt Pabst gegenüber dem "Kurier".

Welches Nussmus ist nun das beste?

Eine eindeutige Nummer eins gibt es nicht. Wer besonders auf Eiweiß achtet, kann zu Erdnussmus greifen. Bei Fettsäuren und Mikronährstoffen sieht Pabst wiederum Vorteile bei Mandelmus. Auch Walnussmus ist aufgrund seiner Omega-3-Fettsäuren interessant. "Ein eindeutiges 'gesündestes' Nussmus gibt es nicht", sagt die Ernährungswissenschaftlerin. Erdnuss-, Mandel- und Walnussmus würden sich vielmehr ernährungsphysiologisch gut ergänzen.

Bei diesem Detail solltest du genau hinschauen

Mindestens genauso wichtig wie die Nusssorte ist die Zutatenliste: Ein klassisches Nussmus besteht idealerweise aus 100 Prozent Nüssen beziehungsweise Erdnüssen. Zusätzlicher Zucker, Palmöl oder andere zugesetzte Fette sind dafür nicht nötig.

Und Nussmus hat gegenüber ganzen Nüssen eine Besonderheit: Durch das feine Vermahlen sind die Zellstrukturen bereits stärker aufgebrochen. Dadurch kann der Körper die enthaltenen Fette – und damit auch die Energie – leichter aufnehmen.

red,23.09.2026, 14:58