Schwangerschaft, Wechsel & Co

Warum Frauen unter Sommerhitze deutlich stärker leiden

Frauen reagieren empfindlicher auf Hitze als Männer. Hormonelle Schwankungen & körperliche Unterschiede erhöhen das Risiko bei Hitzewellen.
Heute Life
17.07.2026, 15:00
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Schon am frühen Vormittag flimmert die Luft, jeder Schritt fällt schwer und selbst kleine Erledigungen werden zur Belastungsprobe. Während viele die Hitze einfach als unangenehm empfinden, gerät der Körper mancher Frauen dabei regelrecht an seine Grenzen. Medizinische Experten warnen: Hohe Temperaturen belasten das weibliche Herz-Kreislauf-System deutlich stärker als das männliche.

Frauenherz muss härter arbeiten

Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sind für den gesamten Organismus eine Herausforderung. Doch Frauen reagieren darauf häufig empfindlicher als Männer. Der Grund liegt in biologischen Unterschieden, die auf den ersten Blick kaum sichtbar sind.

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Im "ORF"-Interview erklärt die Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien, dass Frauen über ein geringeres Blutvolumen sowie eine niedrigere Herzauswurfleistung verfügen. Dadurch gelangt weniger Blut an die Hautoberfläche – genau dort, wo überschüssige Wärme abgegeben werden sollte. Die Folge: Der Körper kühlt langsamer ab und überhitzt leichter. Hinzu kommt, dass Frauen im Durchschnitt eine etwas höhere Körperkerntemperatur haben. Auch der höhere Körperfettanteil wirkt wie eine natürliche Isolierschicht und erschwert die Wärmeabgabe zusätzlich.

Warum Frauen trotz Hitze weniger schwitzen

Eigentlich müsste der Körper bei Hitze möglichst schnell kühlen. Doch genau hier unterscheidet sich der weibliche Organismus erneut vom männlichen. Frauen besitzen kleinere Schweißdrüsen und beginnen häufig erst bei höheren Temperaturen stärker zu schwitzen. Selbst dann produzieren sie meist weniger Schweiß als Männer. Dadurch fällt eine der wichtigsten Kühlfunktionen des Körpers schwächer aus – und das Herz muss noch mehr leisten, um die Körpertemperatur konstant zu halten.

Hormone machen Hitze noch belastender

Neben den körperlichen Unterschieden spielen auch Hormone eine entscheidende Rolle. Das weibliche Temperaturregulationssystem verändert sich im Laufe des Zyklus ständig. Während Östrogen die Wärmeabgabe unterstützt, erhöht Progesteron, das nach dem Eisprung besonders aktiv ist, die Stoffwechselrate. Dadurch steigt auch die Körpertemperatur um bis zu einem halben Grad. Kurz vor der Menstruation sinkt der Östrogenspiegel zusätzlich ab.

Viele Frauen kennen deshalb das Gefühl, an heißen Tagen kurz vor oder während der Periode deutlich erschöpfter zu sein. Schwindel, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen können dann stärker auftreten als sonst.

Schwangerschaft & Wechseljahre sind besonders kritisch

Vor allem während einer Schwangerschaft arbeitet das Herz ohnehin auf Hochtouren. Kommt eine Hitzewelle hinzu, steigt die Belastung nochmals deutlich an. Studien zeigen, dass sich die Körperkerntemperatur schwangerer Frauen stärker erhöht und auch die Herzfrequenz zunimmt. Das Herz muss mehr Blut durch den Körper pumpen, um die Wärme auszugleichen.

Auch in den Wechseljahren verändert sich die Temperaturregulation. Durch den sinkenden Östrogenspiegel treten Hitzewallungen, Herzklopfen und Schlafstörungen häufiger auf. An besonders heißen Tagen verstärken sich diese Beschwerden oft zusätzlich.

Ältere Frauen sind gefährdet

Mit zunehmendem Alter wird Hitze für den Körper immer schwieriger zu bewältigen. Das Durstgefühl nimmt ab, gleichzeitig produziert der Körper weniger Schweiß. Vor allem Frauen über 65 Jahre gelten deshalb als besonders gefährdet – insbesondere dann, wenn bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen oder blutdrucksenkende beziehungsweise entwässernde Medikamente eingenommen werden.

Zu den Warnzeichen zählen ein erhöhter Puls, heiße oder feuchte Haut, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme, Übelkeit oder Muskelkrämpfe. Treten solche Symptome auf, sollte körperliche Anstrengung sofort vermieden und möglichst ein kühler Ort aufgesucht werden.

Gerade bei zunehmenden Hitzewellen sei deshalb mehr Rücksicht gefragt: durch angepasste Arbeitsbedingungen, ausreichend Trinkpausen und das Bewusstsein, dass Hitze Frauen nachweislich stärker belastet als Männer. Denn was für viele lediglich ein heißer Sommertag ist, kann für das weibliche Herz-Kreislauf-System schnell zu einer ernsthaften Belastungsprobe werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.07.2026, 15:00