Gelbe Verräter im Gras

Löwenzahn-Doppelgänger? Was er über deinen Rasen verrät

Du siehst gelbe Blüten im Rasen und denkst sofort an Löwenzahn? Schau lieber genauer hin. Was dort wächst, kann dir etwas über deinen Rasen verraten.
Heute Life
02.10.2026, 11:47
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Zwischen den letzten warmen Sonnenstrahlen leuchtet es plötzlich wieder gelb aus dem Rasen. Löwenzahn, denkst du – und vielleicht wanderst du gedanklich schon zum Unkrautstecher. Doch schau lieber ein zweites Mal hin: Was da im Spätsommer und Herbst blüht, könnte ein ganz anderer Gartenbewohner sein.

Gewöhnliches Ferkelkraut und Herbst-Löwenzahn sehen dem bekannten Löwenzahn erstaunlich ähnlich. Dabei sind die gelben Blüten nicht nur hübsche Farbtupfer: Sie können dir auch Hinweise darauf geben, welche Bedingungen in deinem Boden herrschen.

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Dieses "Unkraut" mag es eher mager

Beim Gewöhnlichen Ferkelkraut lohnt sich der Blick auf Stängel und Blätter: Während der gewöhnliche Löwenzahn normalerweise eine Blüte auf einem unverzweigten Blütenstiel trägt, verzweigen sich die Stängel des Ferkelkrauts häufig und tragen mehrere gelbe Blütenkörbchen. Noch leichter lässt es sich an den Blättern erkennen: Sie liegen rosettenförmig am Boden und sind deutlich borstig behaart.

Spannend wird es dort, wo die Pflanze wächst: Ferkelkraut kommt gut mit eher nährstoff- und kalkarmen Böden zurecht. Entdeckst du es regelmäßig in deinem Rasen, kann das deshalb ein Hinweis auf eine eher magere Nährstoffversorgung sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass du sofort den Dünger aus dem Gartenschuppen holen solltest.

Ein magerer Boden muss nichts Schlechtes sein

Was für einen makellosen, sattgrünen Zierrasen weniger erwünscht sein mag, kann für einen naturnäheren Garten sogar interessant sein. Nährstoffärmere Flächen bieten Bedingungen, unter denen sich unterschiedliche Pflanzen behaupten können, statt von besonders konkurrenzstarken Gräsern verdrängt zu werden.

Willst du wirklich wissen, was deinem Boden fehlt, liefert eine Bodenuntersuchung wesentlich verlässlichere Antworten als eine einzelne Pflanze: Auf Verdacht kräftig zu düngen, ist dagegen keine gute Idee.

Dieser Doppelgänger verrät etwas anderes

Dann wäre da noch der Herbst-Löwenzahn. Auch er trägt gelbe Blüten und wird deshalb schnell mit Löwenzahn verwechselt: Seine Blätter wachsen ebenfalls als Rosette dicht am Boden, sind jedoch kaum behaart und fühlen sich entsprechend glatter an. Sie können stark gezackt oder tief eingeschnitten sein. Die häufig verzweigten Stängel tragen mehrere Blütenkörbchen und lediglich kleine, schuppenartige Blätter.

Anders als das genügsame Ferkelkraut bevorzugt Herbst-Löwenzahn eher frische, ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgte Standorte. Häufig findet man ihn deshalb auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen.

Bevor du sie aus dem Rasen reißt ...

Vielleicht darf das vermeintliche "Unkraut" deshalb einfach stehen bleiben. Ferkelkraut und Herbst-Löwenzahn haben nämlich noch einen Vorteil: Ihre Blüten bieten Insekten Nahrung, und das teilweise bis spät in die Saison hinein. Gerade wenn im Garten immer weniger blüht, können solche Pflanzen für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten interessant sein.

red,02.10.2026, 11:47