Der Rasen ist gerade vom Herbstlaub befreit – und gefühlt fünf Minuten später liegt schon wieder die nächste Ladung darauf. Also Rechen holen, Blätter zusammentragen und alles wegschaffen? Nicht unbedingt. Wer ohnehin noch einmal mit dem Rasenmäher durch den Garten fährt, kann sich einen Teil der Arbeit sparen. Denn Herbstlaub lässt sich tatsächlich mitmähen und sogar auf dem Rasen liegen lassen.
Einzelne Blätter stören deinen Rasen kaum. Problematisch wird es erst, wenn sich eine dichte Laubdecke bildet. Sie nimmt den Grashalmen Licht und kann ein feuchtes Klima schaffen, das Rasenkrankheiten begünstigt.
Hier kommt der Rasenmäher ins Spiel: Werden trockene Blätter in kleine Stücke gehäckselt, können sie zwischen die Grashalme fallen und sich dort allmählich zersetzen. Das organische Material trägt zum Humusaufbau bei, fördert das Bodenleben und kann die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern.
Einfach den Rasenmäher über einen nassen Blätterteppich zu schieben und danach alles liegen zu lassen, ist trotzdem keine gute Idee. Besonders feuchtes Laub kann verklumpen, schlecht verrotten und den Rasen darunter regelrecht abdecken. Ideal ist trockenes Laub, das vom Mäher möglichst fein zerkleinert wird. Bei größeren Mengen kann es nötig sein, mehrmals über die Fläche zu fahren. Danach sollten keine großen Blätter mehr wie eine geschlossene Decke auf dem Gras liegen.
Für einen kurz geschnittenen Zierrasen empfiehlt es sich hier hingegen eher, das Laub zu sammeln, zunächst zu kompostieren und den entstandenen Humus später wieder einzuarbeiten.
Auch die Baumart spielt eine Rolle: Gesundes und trockenes Laub etwa von Buche, Ahorn, Linde oder Hainbuche eignet sich gut zum Mulchen. Vorsicht ist dagegen bei kranken oder von Schädlingen befallenen Blättern geboten: Werden diese mit dem Rasenmäher im ganzen Garten verteilt, können sich Probleme weiter ausbreiten. Solches Laub sollte deshalb entfernt und entsprechend den örtlichen Vorgaben entsorgt werden. Auch größere Mengen von Eichen- oder Walnusslaub sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe weniger ideal und sollten nur sparsam eingesetzt werden.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Aus Laubmulch darf keine Laubdecke werden. Das gehäckselte Material sollte so fein und locker verteilt sein, dass die Grashalme weiterhin Licht und Luft bekommen.
Wer mehr Laub hat, kann es sinnvoll im Garten weiterverwenden: Unter Sträuchern und auf Beeten bietet es Schutz für den Boden und kann Tieren einen Rückzugs- und Überwinterungsplatz bieten.