Bezahlung offenlegen

Neue Lohnregeln – Ministerin setzt jetzt Ultimatum

Nach Gipfel: Gibt es bis nächste Woche keinen Vorschlag der Sozialpartner, legt Arbeitsministerin Schumann selbst Gesetzentwurf zu Lohntransparenz vor
Angela Sellner
26.05.2026, 15:45
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Frauen verdienen in Österreich nach wie vor für die gleiche Arbeit oft deutlich weniger als männliche Kollegen. Die Verhandlungen über ein neues Gesetz, das in Umsetzung einer EU-Richtlinie den Unternehmen volle Transparenz bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter vorschreibt, stockten zuletzt.

Aber die Zeit drängt – bis 7. Juni müssten die EU-Lohnregeln in nationales Recht gegossen sein. Sonst droht uns ein Vertragsverletzungsverfahren aus Brüssel.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Transparenz bei Entlohnung

Konkret geht es um die sogenannte Entgelttransparenzrichtlinie. Sie soll Unternehmen dazu verpflichten, offener mit der Bezahlung ihrer Beschäftigten umzugehen. Wer in einem Betrieb arbeitet, soll künftig auf Wunsch Auskunft darüber bekommen können, wie hoch das durchschnittliche Entgelt von Kollegen in gleichwertigen Positionen ist – aufgeschlüsselt nach Geschlecht.

„Österreich muss die Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen. Deshalb werde ich den Gesetzesentwurf vor Ablauf der Umsetzungsfrist in die politische Koordinierung schicken.“
Korinna SchumannArbeits- und Sozialministerin (SPÖ)

Damit soll sichtbar werden, ob Frauen und Männer für vergleichbare Arbeit auch tatsächlich gleich bezahlt werden. Zusätzlich sind neue Entgeltberichte vorgesehen. Diese sollen zeigen, wie groß mögliche Unterschiede in Betrieben sind und wo Handlungsbedarf besteht.

Ziel der Richtlinie ist mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern.

Sozialpartner-Gipfel bei Schumann

Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) erhöht jetzt den Druck. Nachdem in den Verhandlungen auf Fachebene strittige Punkte blieben, empfing die Ministerin am Dienstag die Spitzen der Sozialpartner, um den aktuellen Stand zu beraten. Mit dabei waren Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl, Wirtschaftskammer-Chefin Martha Schultz und ÖGB-Boss Wolfgang Katzian.

Das Gespräch sei konstruktiv verlaufen, heißt es aus dem Arbeitsministerium gegenüber "Heute". Alle Seiten würden weiter an einer gemeinsamen Lösung arbeiten – mit dem Ziel, in der kommenden Woche zu einem abgestimmten Ergebnis zu kommen.

Ministerin bringt selbst Gesetzesentwurf

In vielen Punkten gebe es bereits tragfähige Ergebnisse und konkrete Kompromissvorschläge. Ganz abgeschlossen seien die Verhandlungen aber noch nicht.

Deshalb setzt Ministerin Schumann jetzt eine klare Frist: Sollte bis kommende Woche kein gemeinsamer Vorschlag der Sozialpartner vorliegen, werde sie selbst einen Gesetzesentwurf vorlegen und in die politische Koordinierung mit den Koalitionspartnern einbringen, kündigt sie an.

"Österreich muss die Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen", erklärt Schumann: "Deshalb werde ich den Gesetzesentwurf vor Ablauf der Umsetzungsfrist in die politische Koordinierung schicken."

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 26.05.2026, 16:20, 26.05.2026, 15:45
Jetzt E-Paper lesen