Während hierzulande Ventilatoren auf Hochtouren laufen und Klimaanlagen für Abkühlung sorgen, setzen viele Menschen im Süden Europas auf etwas ganz anderes: jahrhundertealtes Wissen. In Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland gehört der Umgang mit extremer Sommerhitze zum Alltag – und viele der dort bewährten Tricks kommen ganz ohne Strom aus. Das Beste daran: Sie lassen sich auch ganz einfach bei uns umsetzen.
Was zunächst widersprüchlich klingt, ist in Südeuropa selbstverständlich: Sobald es draußen heiß wird, bleiben Fenster geschlossen. Gelüftet wird ausschließlich dann, wenn die Außenluft tatsächlich kühler ist als die Raumluft – also frühmorgens oder spät am Abend. Gleichzeitig werden Rollläden, Fensterläden oder blickdichte Vorhänge geschlossen, damit die Sonne die Räume gar nicht erst aufheizen kann.
Der entscheidende Vorteil: Die kühle Nachtluft bleibt möglichst lange in der Wohnung gespeichert. Wer hingegen tagsüber bei 30 Grad oder mehr die Fenster öffnet, holt sich die Hitze direkt ins Wohnzimmer.
Damit der Effekt möglichst groß ist, sollte morgens oder abends für einige Minuten kräftig durchgelüftet werden. Idealerweise werden gegenüberliegende Fenster geöffnet, damit Durchzug entsteht und die warme Innenluft schnell entweichen kann. Noch bevor die Sonne Kraft gewinnt, sollten Fenster und Sonnenschutz wieder geschlossen werden. Gerade an Hitzetagen kann diese einfache Gewohnheit die Raumtemperatur spürbar angenehmer halten, ganz ohne technische Hilfsmittel.
In vielen südeuropäischen Haushalten gilt außerdem eine einfache Regel: Alles, was zusätzliche Wärme erzeugt, wird möglichst auf die Abendstunden verschoben. Backofen, Geschirrspüler oder Wäschetrockner bleiben tagsüber häufig ausgeschaltet, weil sie die Wohnung unnötig aufheizen.
Auch kleinere Maßnahmen helfen: Wer mittags kalte Speisen statt warmer Gerichte zubereitet, auf unnötig eingeschaltete Elektrogeräte verzichtet oder energiesparende Beleuchtung nutzt, verhindert, dass sich die Räume zusätzlich erwärmen.