Ob für den Salat, zum Einlegen oder zum Verfeinern von Speisen: Essig gehört in fast jede Küche. Doch wie lange ist eine angebrochene oder längst vergessene Flasche eigentlich noch genießbar? Die Antwort dürfte viele überraschen.
Wer auf der Flasche nach einem Mindesthaltbarkeitsdatum sucht, wird häufig nicht fündig. Das hat einen einfachen Grund: Durch seinen hohen Säuregehalt bietet Essig unerwünschten Keimen kaum eine Chance, sich zu vermehren: "Essig ist ein richtiger Haltbarkeitsprofi", erklärt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern gegenüber "Öko-Test". Deshalb gehört er zu den wenigen Lebensmitteln, für die gesetzlich kein Mindesthaltbarkeitsdatum vorgeschrieben ist.
Meist wird industriell hergestellter Essig vor dem Abfüllen noch zusätzlich erhitzt. Ungeöffnet kann eine Flasche dadurch unter geeigneten Bedingungen sogar bis zu zehn Jahre haltbar bleiben.
Doch was, wenn der Essig plötzlich anders aussieht? Farbveränderungen oder kleine Flocken in der Flüssigkeit müssen nicht gleich bedeuten, dass er verdorben ist. Oft stecken dahinter harmlose Ansammlungen von Essigsäurebakterien. Entscheidend ist vielmehr, ob Geruch oder Geschmack ungewöhnlich sind: Riecht der Essig unangenehm oder schmeckt auffällig anders, sollte er besser entsorgt werden.
Damit Essig möglichst lange genießbar bleibt, kommt es auf die richtige Lagerung an. Die Flasche sollte stets gut verschlossen und möglichst kühl aufbewahrt werden. Laut Krehl eignet sich dafür sogar der Kühlschrank besonders gut. Wichtig ist außerdem, dass keine Lebensmittelreste an die Flaschenöffnung gelangen. So lässt sich eine Verunreinigung vermeiden.
Und falls der Essig doch einmal nicht mehr auf den Teller gehört, muss er nicht zwangsläufig im Abfluss landen. Die Expertin hat noch einen praktischen Tipp: Zum Entkalken der Toilette kann er weiterhin gute Dienste leisten.