Das Handy ist gezückt, die Sonne versinkt langsam hinter den Bergen und vor einem breitet sich ein Panorama aus, das beinahe zu perfekt für Instagram wirkt: Solche Bilder haben den Mirador de Chipeque auf Teneriffa zu einem begehrten Ausflugsziel gemacht.
Während immer mehr Urlauber für das perfekte Foto in die Berge fahren, bleibt nach ihrem Besuch nicht immer nur eine volle Kamerarolle zurück. Müll und achtlos weggeworfene Zigarettenstummel werden in der empfindlichen Natur zum Problem – und können im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden.
Eigentlich wirkt der Mirador de Chipeque zunächst recht unscheinbar: Der Aussichtspunkt liegt an der Bergstraße TF-24 und ist vom bei Wanderern beliebten La Esperanza mit dem Auto erreichbar.
Oben angekommen, wird allerdings schnell klar, warum sich der Weg lohnt. Der Blick schweift über das Orotavatal, während in der Ferne der mächtige Pico del Teide aufragt. Besonders bei Sonnenuntergang entstehen hier jene spektakulären Aufnahmen, die auf TikTok und Instagram bestens funktionieren.
Und darin liegt ein Teil des Problems: Wird aus einem ruhigen Aussichtspunkt plötzlich ein Social-Media-Hotspot, steigt auch die Zahl der Menschen, die gleichzeitig dorthin wollen.
Wo viele Besucher kommen, hinterlassen manche leider auch ihre Spuren. Verpackungen und anderer Abfall gehören nicht in die Landschaft – besonders heikel sind jedoch weggeworfene Zigarettenstummel. Denn der Mirador liegt in einer bewaldeten und entsprechend sensiblen Umgebung: Auf dem Boden sammeln sich trockene Kiefernnadeln und anderes brennbares Pflanzenmaterial. Unter trockenen Bedingungen kann bereits eine kleine Zündquelle verheerende Folgen haben.
Dass die Gefahr keineswegs theoretisch ist, zeigen die verschärften Maßnahmen auf Teneriffa. Das Cabildo hat 2026 bei erhöhter Waldbrandgefahr unter anderem das Rauchen auf Waldwegen, Straßen und Aussichtspunkten in den betroffenen Risikogebieten verboten. Die Inselverwaltung ruft Besucher ausdrücklich dazu auf, alles zu vermeiden, was einen Brand auslösen könnte.
Wie ernst die Behörden achtlos weggeworfene Zigaretten nehmen, zeigt auch eine weitere Entscheidung: Seit Juni 2026 gilt im gesamten Teide-Nationalpark ein Rauchverbot im Freien. Anlass waren mehrere Brände in Schutzgebieten, die laut Inselverwaltung mutmaßlich durch Zigarettenstummel ausgelöst wurden.
Betroffen waren dabei auch charakteristische Pflanzenarten der Insel. Die Behörden warnen deshalb eindringlich davor, wie schnell eine einzige Unachtsamkeit empfindliche Ökosysteme gefährden kann. Der Mirador de Chipeque selbst liegt nicht im Teide-Nationalpark, doch auch für Waldgebiete außerhalb des Parks können abhängig von der aktuellen Gefahrenlage strenge Brandschutzregeln gelten.