Die letzten Früchte sind gepflückt, die Tage werden langsam kürzer – und im Garten könnte man eigentlich schon Richtung Herbstmodus schalten. Doch bevor die Gartenschere für dieses Jahr endgültig im Schuppen verschwindet, lohnt sich noch ein Blick auf deine Obstbäume.
Ein Sommer-Schnitt hat gegenüber einem kräftigen Winterschnitt einen entscheidenden Vorteil: Der Baum befindet sich noch im aktiven Stoffwechsel, wodurch Schnittwunden günstig verheilen können. Gleichzeitig fällt der anschließende Neuaustrieb meist schwächer aus.
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Eine lockerere Krone lässt außerdem mehr Licht und Luft an Blätter und Früchte. Kranke, abgestorbene oder beschädigte Triebe solltest du dabei ebenfalls entfernen. Aber Vorsicht: Nicht einfach wild losschneiden. Zeitpunkt und Stärke des Rückschnitts hängen von Obstart, Alter und Zustand des Baumes ab.
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Pflaumen & Zwetschken
Bei Pflaumen, Zwetschken und Mirabellen bietet sich der Schnitt rund um beziehungsweise nach der Ernte an. Bei spät reifenden Sorten kann laut Bayerischer Gartenakademie ein Rückschnitt bis Anfang September noch sinnvoll sein. Dabei geht es vor allem darum, die Krone auszulichten und ungünstig stehende, beschädigte oder kranke Äste zu entfernen.
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Pfirsiche & Nektarinen
Auch Pfirsichbäume gehören zu den Kandidaten für einen Schnitt nach der Ernte. Das ist besonders wichtig, weil Pfirsiche ihre Früchte vor allem an jungen Trieben bilden. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt einen jährlichen Rückschnitt möglichst unmittelbar nach der Ernte, spätestens im Herbst. Nektarinen gehören botanisch ebenfalls zu den Pfirsichen.
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Sauerkirschen
Auch bei Sauerkirschen solltest du nach der Ernte die Gartenschere nicht sofort wegpacken. Sie fruchten überwiegend am einjährigen Holz und profitieren deshalb von einem passenden Nachernte-Schnitt. Gerade im Sommer verheilen größere Schnittwunden bei Steinobst günstig. Gleichzeitig kannst du die Krone auslichten und überlange beziehungsweise ungünstige Triebe entfernen.
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Süßkirschen
Bei Süßkirschen kann der Sommer ebenfalls ein guter Zeitpunkt sein, um zu hohe oder zu dichte Kronen zu korrigieren. Praktisch: Größere Äste können sogar während der Ernte entfernt und anschließend bequem am Boden abgepflückt werden. Ein regelmäßiger Sommer-Schnitt kann dabei helfen, die Krone auf einer handhabbaren Höhe zu halten.
Bitte nicht jeden Obstbaum gleich behandeln
Apfel- oder Birnbäume solltest du deshalb nicht automatisch in dieselbe Kategorie stecken. Je nachdem, ob du Wachstum bremsen, die Krone erziehen oder einen älteren Baum verjüngen möchtest, kann ein anderer Schnittzeitpunkt sinnvoll sein. Und auch bei den vier genannten Kandidaten gilt: Ein Sommer-Schnitt bedeutet nicht, dass der Baum radikal zurückgeschnitten werden muss. Oft reicht gezieltes Auslichten völlig aus.
Bevor du zur Säge greifst, solltest du außerdem immer kontrollieren, ob sich Tiere oder noch besetzte Nester im Baum befinden.