Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, die warme Tasse zwischen den Händen und endlich der erste Schluck. Für viele beginnt ein guter Tag genau so. Ob morgens am Frühstückstisch oder nachmittags als kleine Auszeit: Kaffee gehört für Millionen Menschen einfach dazu. Doch während wir ihn vor allem für seinen Wachmacher-Effekt lieben, könnte er in unserem Körper noch etwas ganz anderes bewirken.
Denn Forschende haben eine spannende Verbindung entdeckt: Unser täglicher Kaffee könnte auch der Darmgesundheit zugutekommen.
In unserem Darm leben Billionen Mikroorganismen. Gemeinsam bilden sie das sogenannte Darmmikrobiom, das unter anderem bei der Verdauung und der Verarbeitung von Nährstoffen eine wichtige Rolle spielt. Und hier kommt Kaffee ins Spiel: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmbakterien zusammenhängt.
Besonders interessant: Bestimmte Mikroorganismen scheinen bei Menschen, die Kaffee trinken, deutlich häufiger vorzukommen als bei jenen, die darauf verzichten.
Eine 2024 im Fachjournal "Nature Microbiology" veröffentlichte Studie untersuchte die Ernährungsgewohnheiten und Darmmikrobiome von mehr als 22.000 Menschen. Ergänzend werteten die Forschenden Daten aus zahlreichen weiteren Untersuchungen aus.
Dabei stießen sie auf einen auffälligen Zusammenhang: Das Darmbakterium Lawsonibacter asaccharolyticus kam bei Kaffeetrinkern deutlich häufiger vor. Seine durchschnittliche Häufigkeit war laut Studie etwa 4,5- bis achtmal so hoch wie bei Menschen, die keinen Kaffee tranken. Auch im Labor zeigte sich: Kaffee konnte das Wachstum dieses Bakteriums anregen.
So vielversprechend die Entdeckung klingt, eine wichtige Frage ist noch offen: Ob das Bakterium tatsächlich unsere Gesundheit verbessert, konnten die Forschenden nicht nachweisen. Die Ergebnisse zeigen zunächst, wie eng Ernährung und Darmmikrobiom miteinander verbunden sind. Dass jede zusätzliche Tasse automatisch gesünder macht, lässt sich daraus nicht ableiten.
Interessant ist auch, dass die Forschenden den Zusammenhang sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee beobachteten. Offenbar könnten also andere Inhaltsstoffe des beliebten Getränks eine Rolle spielen.
Für Kaffeefans ist das eine spannende Nachricht: Ihr Lieblingsgetränk macht möglicherweise weit mehr im Körper, als sie bisher gedacht haben.