Erkältungs-Tipps

Ingwer-Shots im Check: Wie gesund sind sie wirklich?

Viele schwören auf den Ingwer-Shot, besonders in der Erkältungszeit. Doch der scharfe Gesundheitskick hält nicht unbedingt, was er verspricht.
19.10.2026, 12:49
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Ein kleiner Schluck, ein ordentliches Brennen im Hals und schon fühlt man sich ein bisschen gesünder. Für viele gehört der Ingwer-Shot am Morgen mittlerweile genauso dazu wie der erste Kaffee. Besonders in der Erkältungszeit soll die scharfe Knolle das Immunsystem auf Trab bringen und Viren in die Flucht schlagen. Doch steckt hinter dem beliebten Gesundheitsdrink tatsächlich so viel Power, wie uns Social Media glauben lässt?

Was steckt wirklich in der scharfen Knolle?

Ingwer enthält unter anderem Kalium, Magnesium und geringe Mengen Vitamin C. Besonders interessant sind jedoch seine Scharfstoffe Gingerole und Shogaole. Ihnen werden entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. In Laboruntersuchungen zeigen diese Pflanzenstoffe vielversprechende Effekte. Ob ein täglicher Ingwer-Shot dadurch tatsächlich Krankheiten verhindern kann, ist allerdings nicht ausreichend belegt.

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Bei Übelkeit kann Ingwer helfen

Seine wohl am besten untersuchte Wirkung entfaltet Ingwer im Magen. Studien deuten darauf hin, dass er bestimmte Formen von Übelkeit lindern kann, etwa in der Schwangerschaft. Auch bei Verdauungsbeschwerden wird die Knolle gerne eingesetzt. Allerdings verträgt nicht jeder die Schärfe: Gerade bei empfindlichem Magen können größere Mengen Sodbrennen oder Bauchschmerzen auslösen.

Interessant ist außerdem, dass kleinere Studien Hinweise auf eine mögliche Linderung von Regelschmerzen liefern. Die Forschung dazu ist jedoch noch begrenzt.

Schützt ein Ingwer-Shot vor Erkältungen?

Hier kommt die Ernüchterung: Es gibt bislang keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass Ingwer-Shots Erkältungen verhindern oder die Krankheitsdauer deutlich verkürzen. Zwar enthalten sie interessante Pflanzenstoffe, doch das bedeutet nicht automatisch, dass sie unser Immunsystem messbar stärken.

Ein warmer Ingwertee mit Zitrone kann bei Halskratzen trotzdem angenehm sein. Die Flüssigkeit tut gut, und die Wärme kann Beschwerden lindern. Ein Ersatz für ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung oder notwendige medizinische Behandlung ist Ingwer aber nicht.

Vorsicht vor der Zuckerfalle

Wer morgens zum fertigen Ingwer-Shot greift, sollte unbedingt einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Denn manche Produkte bestehen überwiegend aus Apfel- oder Orangensaft und enthalten nur wenig Ingwer. Dadurch kann auch der Zuckergehalt überraschend hoch ausfallen. Dazu kommt der Preis: Auf einen Liter hochgerechnet sind die kleinen Fläschchen oft ziemlich teuer.

Unser Tipp: Wenn du Ingwer-Shots magst, kannst du sie auch selbst zubereiten. Dafür frischen Ingwer mit Zitronensaft und etwas Wasser mixen, nach Belieben abseihen und vorsichtig dosieren. Zusätzlichen Zucker brauchst du dafür nicht unbedingt.

Kann zu viel Ingwer schaden?

Auch bei natürlichen Lebensmitteln gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Größere Ingwermengen können den Magen reizen und Durchfall oder Sodbrennen verursachen. Wer Blutverdünner oder bestimmte Diabetesmedikamente einnimmt, sollte vor hoch dosierten Ingwerpräparaten ärztlichen Rat einholen. Auch bei Gallensteinen und während der Schwangerschaft ist bei konzentrierten Produkten Vorsicht angebracht.

Lohnt sich der tägliche Ingwer-Shot?

Wenn du den scharfen Geschmack liebst und ihn gut verträgst, spricht gegen einen gelegentlichen Ingwer-Shot meist nichts. Ein Wundermittel für das Immunsystem ist er allerdings nicht. Seine Wirkung gegen bestimmte Formen von Übelkeit ist besser untersucht als der viel beworbene Schutz vor Erkältungen.

red, 19.10.2026, 12:49
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