Mythos aufgeklärt

Donner & Durchzug: Zieht ein offenes Fenster Blitze an?

Endlich zieht ein Gewitter auf und die Hitze lässt nach – doch beim Griff zum Fenster solltest du noch kurz warten.
Heute Life
19.08.2026, 18:24
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Die Luft steht, die Wohnung fühlt sich plötzlich wie eine Sauna an und draußen türmen sich bereits dunkle Wolken. Der erste Gedanke: Fenster auf und endlich frische Luft hereinlassen. Doch ausgerechnet kurz vor einem Sommergewitter kann das nach hinten losgehen. Denn beim Lüften entscheidet nicht nur das Wetter, sondern vor allem der richtige Zeitpunkt.

Und dann wäre da noch eine Sorge, die sich hartnäckig hält: Können offene Fenster während eines Gewitters sogar Blitze ins Haus locken?

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Vor dem Gewitter bleibt das Fenster besser zu

So verlockend der Luftzug auch wäre: Kurz bevor das Gewitter losbricht, ist meist kein guter Zeitpunkt zum Lüften. Die Außenluft ist dann häufig besonders warm und schwül und enthält entsprechend viel Feuchtigkeit.

Strömt diese Luft in kühlere Innenräume, kann sie die Luftfeuchtigkeit dort zusätzlich erhöhen. An kalten Oberflächen kann sich unter ungünstigen Bedingungen Feuchtigkeit niederschlagen. Passiert das regelmäßig, steigt auch das Risiko für Schimmel. Deshalb gilt: Nur weil sich die Luft draußen bewegt, ist sie nicht automatisch besser für das Raumklima.

Der beste Moment: Nach dem Gewitter

Während es draußen schüttet, hagelt oder kräftige Windböen durch die Straßen ziehen, sollten die Fenster allein aus praktischen Gründen geschlossen bleiben. Regen kann innerhalb kürzester Zeit Böden und Möbel durchnässen, während Sturmböen Fenster oder Türen heftig zuschlagen können.

Interessant wird es unmittelbar danach. Ist der Regen vorüber und die Außentemperatur deutlich gesunken, lohnt sich kräftiges Lüften häufig besonders. Dann können die Fenster komplett geöffnet werden und die aufgeheizte Raumluft darf raus. Eine einfache Orientierung: Ist es draußen nach dem Gewitter merklich kühler als drinnen, stehen die Chancen gut, dass ein Luftaustausch angenehm ist.

Darum täuscht das Gefühl bei der Luftfeuchtigkeit

Ob die Außenluft tatsächlich weniger Wasserdampf enthält als die Raumluft, lässt sich nicht allein daran erkennen, ob sie sich "feucht" anfühlt. Denn relative Luftfeuchtigkeit und tatsächlicher Wassergehalt der Luft sind nicht dasselbe.

Kühlere Luft kann grundsätzlich weniger Wasserdampf aufnehmen als warme. Deshalb kann eine hohe relative Luftfeuchtigkeit nach einem Temperatursturz trotzdem mit weniger absoluter Feuchtigkeit einhergehen als bei heißer Luft vor dem Gewitter. Wer es genau wissen möchte, kann Temperatur und Luftfeuchtigkeit drinnen und draußen messen und daraus die absolute Feuchte beziehungsweise den Taupunkt ableiten.

Lieber fünf Minuten richtig als stundenlang gekippt

Beim Lüften zählt außerdem die Technik. Statt das Fenster über längere Zeit nur zu kippen, ist kräftiges Stoßlüften meist effektiver. Dafür werden die Fenster für etwa fünf bis zehn Minuten vollständig geöffnet.

Noch schneller funktioniert Querlüften: Werden gegenüberliegende Fenster oder Türen geöffnet, entsteht Durchzug. Unter geeigneten Bedingungen reichen bereits wenige Minuten für einen deutlichen Luftaustausch. Dauerhaft gekippte Fenster sind dagegen wenig effizient. Der Luftwechsel fällt vergleichsweise gering aus, während einzelne Bauteile, insbesondere in der kalten Jahreszeit, stark auskühlen können.

Zieht ein offenes Fenster wirklich Blitze an?

Die vielleicht größte Sorge lässt sich ausräumen: Ein geöffnetes Fenster zieht einen Blitz nicht wie ein Magnet an. Blitze suchen sich nicht gezielt offene Fenster. Trotzdem sollte man sich während eines Gewitters von Fenstern, Türen und anderen Öffnungen fernhalten. Denn die eigentlichen Gefahren sind viel banaler: Hagel, Starkregen, herumfliegende Gegenstände oder Glassplitter können bei schweren Unwettern gefährlich werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.08.2026, 18:24
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