ÖVP-Minister lässt aufhorchen

"Wiederaufbau der Ukraine ist Jahrhundert-Chance"

Noch ist der Krieg in der Ukraine nicht beendet. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer denkt schon an die Zeit danach – und sieht große Chancen.
Heute Politik
23.10.2025, 10:21
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"Der Wiederaufbau der Ukraine ist nicht nur ein Gebot der Solidarität, sondern eine Jahrhundertchance für Österreichs Exportwirtschaft. Besonders groß ist der Bedarf in Bereichen wie Wohnungsbau, Verkehr, Energie, Handel und Bildung – also genau dort, wo österreichische Unternehmen international anerkanntes Know-how einbringen können." Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht nach einem Ende des Krieges viel Potenzial in der Ukraine.

Schon 1.000 Austro-Unternehmen in der Ukraine aktiv

Rund 1.000 heimische Betriebe seien bereits heute in der Ukraine aktiv und würden direkt vor Ort rund 25.000 Arbeitsplätze sichern, so Hattmannsdorfer: "Damit diese Unternehmen ihre Stärken auch künftig voll ausschöpfen können, schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen – mit Exportgarantien auf Top-Niveau, einem Ukraine-Bonus von bis zu 15.000 Euro pro Projekt und klarer politischer Rückendeckung." Österreich sei bereits vor Kriegsbeginn der sechstgrößte ausländische Investor gewesen und verfüge damit über ein solides Fundament für weiteres wirtschaftliches Engagement.

Hattmannsdorfer spricht von "gewaltiger Dimension"

Der Minister unterstreicht die Dimensionen dieses Wiederaufbaus: Mit einem geschätzten Finanzbedarf von über 500 Milliarden Euro eröffneten sich für Österreichs Exportwirtschaft enorme Möglichkeiten. Im Rahmen des "Ukraine Reconstruction Forum", das als gemeinsame Initiative der Wirtschaftskammer und des Wirtschaftsministeriums im Rahmen von "go-international" veranstaltet wurde, bot sich am Mittwoch mehr als 100 österreichischen Unternehmen die Gelegenheit zum direkten Austausch mit Vertretern aus der Ukraine, der Europäischen Kommission und internationalen Finanzinstitutionen. Insgesamt nahmen über 180 Personen teil. Hattmannsdorfer sieht darin ein klares Zeichen für das große Interesse der heimischen Wirtschaft, aktiv am Wiederaufbau mitzuwirken.

Handelsbilanz stabil

Trotz des anhaltenden russischen Angriffskrieges zeigt die Handelsbilanz eine bemerkenswerte Stabilität: 2024 stiegen Österreichs Exporte in die Ukraine um 8,1 Prozent auf 666 Millionen Euro, im ersten Halbjahr 2025 um weitere + 10,5 Prozent.
"Österreich ist Exportland – 60 Prozent unserer Wirtschaftsleistung entstehen im Außenhandel. Gerade jetzt müssen wir unsere internationale Präsenz ausbauen, neue Märkte erschließen und unsere Betriebe bei Großprojekten aktiv unterstützen.

„Die Ukraine ist ein Zukunftsmarkt mit enormem Potenzial – wirtschaftlich, technologisch und politisch.“
Wolfgang HattmannsdorferWirtschaftsminister, ÖVP

Exportgarantien verbessert

Mit verbesserten Exportgarantien und gezielten Förderungen wie der go-international-Initiative – die bislang schon 750 Unternehmen für Tätigkeiten in der Ukraine genutzt haben – schaffen wir jene Sicherheit und Schlagkraft, die unsere Unternehmen im globalen Wettbewerb brauchen."

"Chancenpaket zur Internationalisierung"

Ein zentraler Teil der Unterstützung ist das Chancenpaket zur Internationalisierung, das über die bewährte Initiative go-international umgesetzt wird.  Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einem neuen "Ukraine-Bonus". Hattmannsdorfer: "Mit dem Chancenpaket setzen wir ein klares Zeichen: Österreich investiert in seine Exportwirtschaft und übernimmt Verantwortung für wirtschaftliche Stabilität und Wiederaufbau in Europas Nachbarschaft."

Große wirtschaftliche Chancen etwa im Bauwesen

Zuletzt hatte das Institut EcoAustria eine Policy Note zu den größten wirtschaftlichen Chancen im Wiederaufbau der Ukraine erstellt. Die liegen in jenen Bereichen, in denen Österreich traditionell stark ist – etwa in Energie-, Verkehrs- und Logistikinfrastruktur, Maschinenbau, Metallverarbeitung sowie im Bauwesen. Zusätzliche Möglichkeiten ergeben sich laut EcoAustria in der Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, insbesondere bei E-Government, IT-Sicherheit und digitaler Infrastruktur.

Hoffnungsmarkt Wasserstoff

Mittelfristig eröffnet auch der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft neue Exportchancen für österreichische Technologieanbieter und Ingenieurdienstleister. Besonders gefragt sind technische Dienstleistungen, Planungsleistungen und Bauaufsicht – Felder, in denen heimische Unternehmen international über hohe Expertise verfügen.

"Die Ukraine ist ein Zukunftsmarkt mit enormem Potenzial – wirtschaftlich, technologisch und politisch. Unsere Unternehmen bringen das Know-how mit, um beim Wiederaufbau eine führende Rolle zu übernehmen – von Energie- und Infrastrukturprojekten bis hin zu Digitalisierung und Wasserstoff", zeigt sich der Wirtschaftsminister optimistisch.

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