Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) betont stets seine "konsequente, harte aber gerechte Asylpolitik". In diesem Zusammenhang spricht er auch gerne von "Minuszuwanderung". Das hat er zuletzt mit den Asylzahlen aus 2026 belegt.
Demnach mussten bis Ende August 10.440 Personen Österreich verlassen, 5.275 oder 51 Prozent davon zwangsweise. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt. Zum Vergleich: Asylanträge gab es in diesem Zeitraum 6.512, also deutlich weniger als Abschiebungen.
Die FPÖ wollte es genauer wissen und stellte eine parlamentarische Anfrage an den Innenminister. Jetzt liegt die Beantwortung vor. Dementsprechend wurden seit Jänner 2024 bereits mehr als 38.000 Menschen aus Österreich abgeschoben. Auch in dieser Bilanz hatte rund die Hälfte der Abgeschobenen eine oder mehrere strafrechtliche Verurteilungen.
Spannend sind die Kosten, die durch Abschiebungen entstanden sind. Für zwangsweise Außerlandesbringungen mussten 2024 insgesamt 1,863 Millionen Euro aufgewendet werden. Im Jahr 2025 waren es 1,599 Millionen und heuer bisher 611.000 Euro. Programme zur freiwilligen Ausreise schlugen in diesem Zeitraum mit rund 13 Millionen Euro zu Buche.
Weiters gab es im ersten Halbjahr 2026 rund 2.200 Asyl-Erstanträge, was einen Rückgang von 31,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 darstellt. Im August gab es lediglich 223 derartige Anträge. Das waren um 47 Prozent weniger als noch im August 2025 (1.456). Im August stammten die meisten Anträge von Syrern (231), der Großteil davon betraf in Österreich geborene Kinder.
Bis Ende August wurden heuer bereits 19.760 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. 645 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich laut Innenministerium während des Verfahrens. In 7.990 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.
Durch die umfangreichen Maßnahmen der Regierung sind derzeit nur mehr 4.800 Asylwerber in Grundversorgung. 780 von ihnen wurden negativ beschieden und warten auf ihre Abschiebung. Zu Jahresbeginn 2019 waren noch rund 2.000 Menschen mit rechtskräftig negativem Asylbescheid in der Grundversorgung.
Die Anfragebeantwortung gibt aber auch Auskunft über die Zahlen beim Familiennachzug. 2024 gab es aus diesem Titel noch 7.652. Ein Jahr später waren es nur mehr 1.058, nach dem verhängten Stopp ging diese Zahl noch einmal dramatisch auf 47 bis Ende Mai zurück. Von 2024 bis Mai 2026 wurden 10.338 sogenannte "Nachgeborene" im österreichischen Asylsystem registriert.
Für Innenminister Karner sind diese Zahlen "kein Grund zu jubeln, sondern Auftrag, weitere Schritte zur nachhaltigen Abschiebung zu setzen". Daher arbeite Österreich gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Griechenland an der raschen Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren in Staaten außerhalb Europas.