Du verzichtest auf Süßes und putzt fleißig Zähne – und trotzdem machen dir Karies oder empfindliche Zahnhälse zu schaffen? Zahnärztinnen erklären, welche Gewohnheiten deinen Zähnen langfristig schaden können.
Viele schwören auf Apfelessig am Morgen, um den Stoffwechsel anzukurbeln, für die Zähne ist das tatsächlich keine gute Idee. Der Essig ist hoch konzentriert und sehr sauer – das greift den Zahnschmelz direkt an. "Säurehaltige Getränke wie Apfelessig führen zu Zahnerosionen und machen die Zähne empfindlich", warnt Pia Liab, Zahnärztin, im "20 Minuten"-Interview. Wer dennoch auf diese Routine nicht verzichten möchte, sollte ein Strohhalm verwenden, um den Kontakt mit den Zähnen zu minimieren und anschließend mit Wasser nachspülen.
Für die Zähne ist es besonders wichtig, dass man ausreichend Wasser trinkt, denn so unterstützt man die Speichelbildung. "Speichel ist der natürliche Schutzmechanismus unserer Mundhöhle", erklärt Catrise Austin, New Yorker Zahnärztin gegenüber der "Huffpost". Ein trockener Mund ist ein Paradies für Bakterien: Wer zu wenig trinkt, riskiert Karies, Zahnfleischproblemen und Mundgeruch.
Nach dem Frühstück schnell zur Zahnbürste greifen? Das kann nach hinten losgehen. Denn nach dem Essen ist der pH-Wert im Mund besonders sauer und der Zahnschmelz dadurch weicher als sonst. "Wenn du direkt danach putzt, schrubbst du diesen buchstäblich weg", erläutert Ärztin Jie Sun. Am besten sollte man mindestens eine halbe Stunde nach dem Frühstück warten, bevor man zur Zahnbürste greift – so gibst du dem Speichel Zeit, das Säurelevel wieder zu regulieren.
Zitronenwasser gilt als gesunde Alternative zu Softdrinks, doch der hohe Säuregehalt kann ein Problem für die Zähne werden: "Zitrone enthält sehr viel Säure und greift den Zahnschmelz massiv an", sagt Hannah Selzner. Wer über den Tag verteilt immer wieder daran nippt, setzt seinen Zähnen dauerhaft Säure aus – das kann zu schmerzhaften Erosionen führen.
Und wie sieht es mit Wasser mit Kohlensäure aus? Das wird online gerne verteufelt – zu Unrecht. "Der Anteil an Kohlensäure in Getränken ist so niedrig, dass er keinen signifikanten Effekt auf die Zähne hat", erklärt Selzner. Die große Gefahr liegt nicht in der Kohlensäure selbst, sondern in Zucker oder säurehaltigen Zusätzen wie Zitronensaft.
Wer gerne eine starke Mundspülung hernimmt, sollte unbedingt auf die Inhaltsstoffe schauen: Viele klassische Produkte enthalten Alkohol und der trocknet die Mundschleimhaut immens aus. "Das stört die Balance deiner Mundflora und erhöht das Risiko für Karies und Entzündungen", meint Lieb. Besser sind alkoholfreie Spülungen mit Fluorid – die stärken zusätzlich den Zahnschmelz.