Laut Harvard

Diese oft vergessene Übung verlängert dein Leben

Wer lange gesund leben möchte, denkt oft an Ausdauertraining. Dabei könnte eine andere, oft unterschätzte Trainingsform deutlich wichtiger sein.
Heute Life
30.07.2026, 08:17
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Wer möglichst lange gesund bleiben möchte, denkt oft zuerst an Superfoods, Nahrungsergänzungsmittel oder die perfekte Ernährung. In den sozialen Medien boomen sogenannte Longevity-Trends, die ein langes Leben versprechen. Dabei wird leicht übersehen, dass einer der wichtigsten Bausteine für gesundes Altern weder teuer noch kompliziert ist.

Im Gegenteil: Laut einer Harvard-Analyse könnte genau eine Trainingsform entscheidend dazu beitragen, länger und gesünder zu leben.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wissenschaft überrascht mit einem klaren Ergebnis

Schon lange gilt Ausdauertraining als wichtiger Faktor für ein gesundes Herz und ein langes Leben. Doch eine von Harvard-Forschern geleitete Analyse, die im Fachjournal "British Journal of Sports Medicine" veröffentlicht wurde, rückt nun eine andere Trainingsform in den Mittelpunkt: Krafttraining.

Für die Meta-Analyse werteten Wissenschaftler drei große Langzeitstudien mit insgesamt 147.374 Erwachsenen aus, die über einen Zeitraum von rund 30 Jahren begleitet wurden. Das Ergebnis: Bereits zwischen 90 und 119 Minuten Krafttraining pro Woche, also weniger als zwei Stunden, waren mit deutlich besseren Gesundheitswerten verbunden.

Weniger Krankheitsrisiko, längeres Leben

Die Auswertung zeigt eindrucksvoll, welchen Unterschied regelmäßiges Krafttraining machen kann.

Im Vergleich zu Menschen, die kein Muskeltraining betrieben, hatten Teilnehmer mit rund zwei Stunden Krafttraining pro Woche:

  • 13 Prozent geringeres Risiko, vorzeitig zu sterben.
  • 19 Prozent geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.
  • 27 Prozent geringeres Risiko, an neurologischen Erkrankungen wie Demenz zu sterben.

Noch beeindruckender fiel das Ergebnis aus, wenn Kraft- und Ausdauertraining miteinander kombiniert wurden. Wer beide Trainingsformen regelmäßig in seinen Alltag integrierte, hatte ein um 45 Prozent geringeres Risiko für einen vorzeitigen Tod als Menschen, die sich kaum bewegten.

Krafttraining ist mehr als Muskelaufbau

Viele verbinden Krafttraining automatisch mit großen Muskeln oder dem Fitnessstudio. Tatsächlich geht es dabei aber vor allem darum, den Körper für den Alltag stark und belastbar zu halten.

Mit zunehmendem Alter werden ganz gewöhnliche Bewegungen schwieriger: in die Hocke gehen, Einkaufstaschen tragen, vom Sofa aufstehen oder ein Glas aus dem obersten Regal holen. Genau hier setzt Krafttraining an. Es stärkt Muskeln, Knochen und Gelenke, verbessert das Gleichgewicht und hilft dabei, möglichst lange selbstständig und mobil zu bleiben.

Experten sehen darin einen der wichtigsten Schlüssel für gesundes Altern. Denn wer Muskelmasse erhält, schützt nicht nur seine Beweglichkeit, sondern senkt gleichzeitig das Risiko für Stürze, Verletzungen und viele chronische Erkrankungen.

Kein Fitnessstudio notwendig

Die gute Nachricht: Niemand muss sofort schwere Gewichte stemmen, um von den positiven Effekten zu profitieren. Gerade Einsteiger können problemlos zu Hause beginnen. Klassische Übungen wie Kniebeugen, Liegestütze, Ausfallschritte oder Step-ups auf eine niedrige Stufe trainieren den gesamten Körper – oft reicht dafür das eigene Körpergewicht völlig aus. Erst später können Widerstandsbänder oder leichte Kurzhanteln das Training ergänzen.

Wer unsicher ist oder gesundheitliche Beschwerden hat, sollte sich die Übungen zunächst von einem Physiotherapeuten oder qualifizierten Trainer zeigen lassen. Eine saubere Technik schützt vor Verletzungen und sorgt dafür, dass die Übungen ihre volle Wirkung entfalten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.07.2026, 08:17