Die Blätter hängen, also greifst du zur Gießkanne. Schließlich soll es deiner Pflanze gut gehen. Doch genau hier passiert oft der größte Pflegefehler: Nicht zu wenig Wasser macht Zimmerpflanzen zu schaffen, sondern zu viel. Was gut gemeint ist, kann im Blumentopf schnell zum Problem werden – und die Wurzeln langsam ersticken.
Pflanzen brauchen Wasser – aber eben nicht dauerhaft nasse Füße. In Töpfen fehlt die natürliche Drainage, wie in der freien Natur. Bleibt die Erde ständig feucht, bekommen die Wurzeln keinen Sauerstoff mehr. Die Folge: Sie faulen. Gelbe, schlaffe Blätter oder ein modriger Geruch sind erste Warnzeichen. Besonders problematisch ist häufiges "Nachkippen" in kleinen Mengen – das hält die Erde dauerhaft nass, ohne die Pflanze richtig zu versorgen.
Überwässerung erkennt man meist schneller als gedacht: Typisch sind weiche, gelbliche Blätter, schwarze Wurzelspitzen oder sogar Schimmel auf der Erdoberfläche. Auch Trauermücken fühlen sich in dauerhaft feuchter Erde wohl. Der einfachste Check: Finger zwei Zentimeter tief in die Erde stecken. Fühlt es sich noch feucht an? Dann heißt es: Gießkanne lieber stehen lassen.
Nicht jede Pflanze verzeiht zu viel Wasser: Besonders sensibel reagieren Sukkulenten, Kakteen, Aloe vera oder die Glücksfeder. Auch Lavendel im Topf und Orchideen mögen keine Staunässe. Ihre Wurzeln speichern Wasser – bekommen sie zusätzlich ständig Nachschub, faulen sie rasch. Tropische Pflanzen wie Monstera oder Calathea brauchen zwar regelmäßig Wasser, reagieren aber ebenfalls empfindlich auf dauerhaft nasse Erde.
Wer vor dem nächsten Griff zur Gießkanne kurz prüft und nicht automatisch gießt, sorgt dafür, dass seine Pflanzen nicht ertrinken, sondern wirklich aufblühen.