Wer kennt sie nicht: Die kleinen Shampoo- und Duschgel-Flascherln, die im Hotelzimmer bereitstehen und oft als Souvenir mit nach Hause wandern. Doch damit ist bald endgültig Schluss: Die EU verpasst den beliebten Mini-Produkten ein Ablaufdatum.
Hinter dem Aus steckt die EU-Verordnung 2025/40, die sich umfassend mit Verpackungen und Verpackungsabfall beschäftigt. Seit Anfang 2025 ist sie in Kraft, ab August 2026 gilt sie verbindlich in allen Mitgliedstaaten. Das Ziel dieser: weniger Müll, mehr Wiederverwendung, einheitliche Regeln im Binnenmarkt.
Besonders im Fokus stehen Branchen mit hohem Abfallaufkommen, darunter Gastronomie und Hotellerie. Einwegverpackungen für Kosmetik-, Hygiene- und Toilettenartikel sollen drastisch reduziert werden. Konkret bedeutet das: Ab 2030 dürfen Hotels keine kleinen Shampoo-, Duschgel- oder Lotion-Fläschchen mehr an Gäste ausgeben. Auch Mini-Seifen oder einzeln verpackte Zahnpflege-Sets fallen unter das Verbot.
Für Urlauber bedeutet das: Die Fläschchen gehören bald der Vergangenheit an. Stattdessen werden große, nachfüllbare Spender zur neuen Norm. Viele Betriebe setzen schon jetzt aus Umweltgründen auf diese Lösung. Branchenvertreter rechnen damit, dass sich der Umstieg europaweit rasch durchsetzen wird. Der ökologische Effekt soll beträchtlich sein: Millionen kleiner Plastikbehälter könnten so jedes Jahr eingespart werden.
Noch offen ist, wie strikt zwischen Hotelprodukten und privaten Reisegrößen unterschieden wird: Juristen gehen derzeit davon aus, dass handelsübliche Mini-Größen aus Drogerien oder Supermärkten nicht im Fokus der Regelung stehen. Wer also sein eigenes 100-Milliliter-Shampoo ins Handgepäck packt, dürfte weiterhin auf der sicheren Seite sein.