Beauty-Ärztin aus OÖ verrät

Sommer ade! Das braucht deine Haut, wenn es herbstelt

Sonne, Hitze, Chlor und Salzwasser haben ganze Arbeit geleistet. In der kalten Saison verlangt deine Haut nach Erholung.
Artiola  Zhabota
06.09.2026, 22:57
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Die Urlaubstage sind vorbei, die Bräune verblasst langsam – und plötzlich zeigt der Blick in den Spiegel, was der Sommer hinterlassen hat. Die Haut spannt, fühlt sich rau an, wirkt fahler als gewohnt. Dazu kommen vielleicht Pigmentflecken, die nach Wochen voller Sonne deutlicher hervortreten. Jetzt einfach sämtliche Wirkstoffe aus dem Badezimmerschrank aufzutragen, wäre allerdings genau der falsche Weg.

"Nach dem Sommer sehe ich sehr häufig eine Haut, die trockener, empfindlicher und etwas fahler wirkt", erklärt Verena Baschata, Ärztin für Allgemeinmedizin und ästhetische Medizin, im "Heute"-Gespräch. Sonne und Hitze beanspruchen die Haut, Chlor- und Salzwasser können zusätzlich austrocknend wirken. Ihr wichtigster Rat für den Herbst lautet deshalb: "Erst regenerieren, dann intensivieren."

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Weniger ist jetzt oft mehr

Spannungsgefühl, raue oder trockene Stellen und eine plötzlich empfindlichere Haut sind laut Baschata typische Hinweise darauf, dass die Haut jetzt mehr Aufmerksamkeit braucht. Dabei muss ausgerechnet im Herbst keine komplizierte Beauty-Routine her.

"Es muss keine '5-Step-Morning'-Routine sein", betont die Ärztin. Statt möglichst viele Wirkstoffe übereinanderzuschichten, sollte zunächst die Hautbarriere stabilisiert werden. Hyaluronsäure und Glycerin können Feuchtigkeit binden, Ceramide und andere hautähnliche Lipide unterstützen die Hautbarriere. Erst wenn sich die Haut wieder beruhigt hat, können Wirkstoffe wie Vitamin C oder Retinoide wieder ins Spiel kommen.

Dieser Beauty-Eifer kann nach hinten losgehen

Hier beobachtet Baschata einen häufigen Fehler: Nach dem Sommer soll plötzlich alles gleichzeitig repariert werden. Peeling, Retinol und Vitamin C – möglichst hoch dosiert und am besten auf einmal. "Das kann die Hautbarriere überfordern", warnt sie. Ist die Haut bereits trocken oder gereizt, sollte sie zunächst beruhigt werden. Retinol empfiehlt die Ärztin langsam einzuschleichen, auch Säurepeelings sollten niedrig dosiert und schrittweise häufiger verwendet werden.

Pigmentflecken werden jetzt sichtbar

Wenn die Sommerbräune verschwindet, fallen häufig plötzlich dunklere Flecken auf. Der erste Schritt dagegen steckt laut Baschata nicht in einem teuren Serum: konsequenter Sonnenschutz. Denn UV-Schutz gehört keineswegs mit Bikini und Badehose bis zum nächsten Sommer eingemottet: Die American Academy of Dermatology empfiehlt Sonnenschutz ganzjährig; bei Hyperpigmentierungen und insbesondere Melasma spielt er eine zentrale Rolle.

Je nach Hautbild können laut Baschata unter anderem Vitamin C, Retinoide, Niacinamid oder Azelainsäure gegen Pigmentierungen eingesetzt werden. Bei hartnäckigen Flecken sollte jedoch zuerst geklärt werden, welche Art von Pigmentstörung überhaupt vorliegt. Auch hormonelle Einflüsse können eine Rolle spielen. Besonders vorsichtig müsse man bei Melasma sein: "Die falsche Behandlung kann die Pigmentierung verstärken", warnt Baschata.

Dr. Verena Stefanie Baschata ist Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt ästhetische Medizin in Gmunden. In ihrer Praxis beschäftigt sie sich unter anderem mit Hautgesundheit, Hautverjüngung und regenerativen ästhetischen Behandlungen.
Verena Baschata

Diese Regel solltest du dir merken

Für einen herbstlichen Großeinkauf im Beauty-Regal gibt es also keinen Grund. Entscheidend ist vielmehr, der Haut zuzuhören: Ist sie trocken und gereizt, stehen Feuchtigkeit und eine sanfte Pflege der Hautbarriere zuerst auf dem Programm. Und eine Tube Sonnencreme sollte trotz kürzerer Tage griffbereit bleiben. "Sonnenschutz ist kein Saisonprodukt", sagt Baschata.

{title && {title} } AZ, {title && {title} } 06.09.2026, 22:57